Zysten an der Gebärmutter – eine Diagnose, die für Gynäkologen Alltag darstellt und die viele Frauen ganz unterschiedlichem Alters meist im Rahmen von Routineuntersuchungen erhalten. Durch eine Ultraschalluntersuchung wird eine Zyste schnell entdeckt, mit Tastuntersuchungen werden sie häufig weiter überwacht. Doch für viele Frauen bleibt die Frage bestehen: Was genau ist eine Zyste eigentlich und wann kann sie gefährlich werden? Genau hierauf wollen wir im Folgenden eingehen, um Zweifel und Ängste aus dem Weg zu räumen.

Eine Zyste stellt einen Hohlraum dar, der mit Flüssigkeit gefüllt ist und an nahezu allen Körperstellen auftreten kann. Die darin befindliche Flüssigkeit kann sich als Talg, Eiter, Gewebswasser oder Blut herausstellen. Zysten in der Gebärmutter oder auch an den Eierstöcken treten bei Frauen meist kurz nach dem Ende der Pubertätsphase oder aber auch vor Beginn der Wechseljahre auf. Längst bietet eine solche Diagnose keinen Grund zur Besorgnis, da die Zysten meist gutartig sind und sich in vielen Fällen selbst zurückbilden. Nur selten stellen sie eine Gesundheitsgefährdung dar. Auslöser für Zysten im Unterleib sind oftmals natürliche Hormonschwankungen, die die verschiedenen Phasen des Zyklus mit sich bringen. Ebenso können Zysten im Uterus aber auch durch Dysfunktionen der Nebennierenrinde oder Schilddrüsenerkrankungen hervorgerufen werden. Oftmals bleibt eine Gebärmutterzyste symptomlos und wird daher erst bei routinemäßigen Arztbesuchen entdeckt. Es gibt allerdings bestimmte Symptome, die auf eine Zyste im Unterleib hinweisen können. Neben unregelmäßigen Regelblutungen gehören insbesondere Schmerzen zu den Symptomen, die sich auf verschiedene Weise äußern können. Hierzu zählen verstärkte Schmerzen während der Monatsblutung, Schmerzen im Rücken oder Bauch, Schmerzen während des Sexualverkehrs oder auch Schmerzen beim Stuhlgang. Koliken im Unterbauch können Hinweis auf im Zusammenhang mit einer Zyste auftretende Komplikationen sein. Beim Auftreten einer der beschriebenen Beschwerden sollte schnellstmöglich ein Arzt aufgesucht werden!

WICHTIG: Unregelmäßige und mit verstärkten Schmerzen verbundene Regelblutungen, Schmerzen im Rücken oder Bauch, Schmerzen beim Sexualverkehr, Schmerzen beim Stuhlgang sowie Koliken im Unterbauch können auf Zysten und unter Umständen auch auf auftretende Komplikationen hindeuten. Ein Arztbesuch wird hier dringend empfohlen!

Welche Typen von Zysten gibt es?

Zysten, die im Unterleib auftreten, können ganz unterschiedlicher Art sein. Ganz allgemein wird zwischen gut -und bösartigen Zysten unterschieden, wobei gutartige Zysten am häufigsten auftreten. Bei etwa der Hälfte aller Frauen wird im Laufe ihres Lebens eine gutartige Zyste im Unterleib festgestellt. Schauen wir uns einmal die verschiedenen Zystenarten an, die im Unterleib einer Frau auftreten können.

Myome

Myome sind gutartige Wucherungen, die aus der Muskelschicht der Gebärmutter entstehen. Ihr Wachstum ist hormonell bedingt und wird vor allem durch Progesteron1 und Östrogen2 ausgelöst. Daher entstehen Myome meist erst nach der Pubertät ab dem 35. Lebensjahr und bilden sich nach Eintritt der Wechseljahre etwas ab dem 50. Lebensjahr. eigenständig wieder zurück.

  • Symptome: Beim Auftreten von Myomen bleiben Beschwerden meist aus. Zu den Symptomen, die auf Myome hinweisen können, gehören Unterbauchschmerzen, Menstruationsbeschwerden und starke Monatsblutungen, Schmerzen beim Stuhlgang oder Wasser lassen, Schmerzen beim Geschlechtsverkehr sowie eine niedrige Anzahl roter Blutkörperchen.

Polypen

Die Entstehung von Polypen ist auf Auswüchse zurückzuführen, die durch die Schleimhaut in der Gebärmutter oder dem Gebärmutterhals entstehen. Meist sind diese als harmlos zu betrachten und nur in sehr seltenen Fällen kann sich ein Polyp als bösartig herausstellen. Polypen in der Gebärmutter treten besonders häufig in den Wechseljahren auf. Ärzte führen dies auf die Tatsache zurück, dass in dieser Zeit der Hormonhaushalt durcheinander und das Gleichgewicht von Östrogen und Gestagen3 außer Balance gerät.

  • Symptome: Oftmals rufen Polypen keine Symptome hervor. Dennoch können bei einer Frau gewisse Beschwerden auftreten, die mit Polypen in Zusammenhang zu bringen sind. Zu diesen zählen starke Menstruationsblutungen, Zwischenblutungen sowie wehenähnliche Unterleibskrämpfe.

Eierstockzysten

Es gibt verschiedene Arten von Eierstockzysten. Die am häufigsten auftretende stellt jedoch die „funktionellen Eierstockzyste“ dar. Ursache für das auch als „Ovarialzyste“ bekannte Geschwulst kann eine Störung des Hormonzyklus im Eierstock sein. Folglich können ausschließlich Frauen in gebärfähigem Alter und unter zusätzlicher Hormoneinnahme solche Art Zysten aufweisen.

  • Symptome: Funktionelle Eierstockzysten bleiben meist beschwerdefrei. Nimmt eine Eierstockzyste allerdings stark an Größe zu oder nimmt eine unpässliche Lage ein, so kann sich das mitunter bei bestimmte Bewegungen durch Schmerzen bemerkbar machen. Auch Blutungsstörungen gehören zu den typischen Symptomen funktioneller Eierstockzysten.

Portioektopie

Bei einer Portioektopie handelt es sich um eine Gewebeverschiebung. Gewebe aus dem Gebärmutterhals wird verlagert und siedelt sich auf dem Muttermund an. Ein Portioektopie ist oftmals auf hormonelle Veränderungen zurückzuführen.

  • Symptome: Das Auftreten von Beschwerden ist nicht zwingend. Als Hinweis auf eine Portioektopie können jedoch unregelmäßige Blutungen, vermehrter Ausfluss sowie Blutungen während oder auch nach dem Geschlechtsverkehr dienen.

Welche Probleme sie bereiten

Dass Zysten bis zu einer Routineuntersuchung gänzlich unbemerkt bleiben können, da sie meist ungefährlich sind und nicht zwangsweise Symptome hervorrufen müssen, wurde bis hierhin bereits deutlich. Dennoch ist im Zusammenhang mit Zysten in der Gebärmutter das Auftreten von Komplikationen möglich. Hier ist beispielsweise das Platzen einer Zyste zu nennen. Das Risiko beim Platzen liegt darin, dass es sich auf umliegende Blutgefäße auswirken kann und somit innere Blutungen auslöst. Eine geplatzte Gebärmutterzyste macht sich meist durch starke Unterleibsschmerzen bemerkbar. Ein Besuch beim Arzt wird dringend empfohlen, um innere Blutungen ausschließen zu können oder eine Operation einzuleiten. Ein weiteres mögliches Problem ist eine sogenannte „Stiehldrehung“. Hierbei durchläuft die Zyste eine Drehung um die eigene Achse. Hierdurch kann die Durchblutung der Gebärmutter oder auch Eierstöcke beeinträchtigt werden wenn Blutgefäße abgedrückt werden. Somit entsteht die Gefahr des Absterbens dieser Geschlechtsorgane, weshalb dringend eine Notoperation eingeleitet werden sollte. Oftmals geht eine solche Stiehldrehung mit starken Unterleibsschmerzen, erhöhtem Puls, Übelkeit und Erbrechen sowie Schweißausbrüchen einher. Sollten Sie diese Symptome an sich beobachten, wird der Gang zum Arzt dringend empfohlen, insbesondere wenn im Vorhinein die Diagnose einer Zyste gestellt wurde.

WICHTIG: Das Platzen einer Zyste kann sich auf umliegende Blutgefäße auswirken und somit innere Blutungen hervorrufen. Die geplatzte Zyste mach sich meist durch starke Unterleibsschmerzen bemerkbar. Ein Besuch beim Arzt zur Klärung wird dringend empfohlen! Bei Stiehldrehungen einer Zyste ist eine sofortige Notoperation erforderlich, da Gebärmutter und Eierstöcke abzusterben drohen können. Bei folgenden Symptomen sollte Sie daher dringend einen Arzt aufsuchen: Starke Unterleibsschmerzen, erhöhter Puls, Übelkeit und Erbrechen sowie Schweißausbrüche.

Aufgrund der möglichen Komplikationen durch Gebärmutterzysten ist es ratsam, diese regelmäßig durch einen Arzt kontrollieren zu lassen. Gutartige Zysten, die Beschwerden auslösen oder sich nicht von selbst zurückbilden, können medikamentös behandelt werden. Durch künstliche Hormonzufuhr kann eine Zurückbildung der Zyste bewirkt werden. Hierfür wird unter anderem häufig die Antibabypille eingesetzt. Eine Operation der Zyste ist erst dann erforderlich, wenn die Hormontherapie nicht anschlagen sollte.