Ob zum ersten Mal schwanger oder nicht – es können immer Zweifel aufkommen, wie sich die Wehen anfühlen und wann der Augenblick gekommen ist, sich auf die Geburt einzustellen. Da gibt es Geschichten oder Berichte von Frauen, die die Wehen nicht spürten und ehe sie sich vorbereiten konnten, war das Baby schon da. Geburtsszenen in Filmen zeigen uns meist die gegenteilige Situation: es ist klar, dass das Baby kommt, denn die Wehen sind deutlich und die Fruchtblase platzt.

Die Zeitspanne des gesamten Vorgangs ist jedoch von Frau zu Frau unterschiedlich, manchmal geht es schnell und in anderen Fällen eher langsam. Vor allem hinsichtlich eines Kaiserschnitts ist es wichtig zu erkennen, wann dein Kind bereit ist geboren zu werden. Aber was sind die Hauptmerkmale der Wehen?

Latente und aktive Wehen

Bei den Geburtswehen unterscheidet man grundsätzlich zwei unterschiedliche Phasen, die Latenzphase und die aktive Eröffnungsphase. Alles beginnt mit den eher subtileren Signalen der latenten Vorwehen. Sollte es bereits Anzeichen aktiver Wehen geben, ist es an der Zeit sich auf den Weg ins Krankenhaus zu machen und/ oder den Geburtshelfer/ die Geburtshelferin zu kontaktieren.

Symptome der Latenzwehen

In der Latenzphase verkürzt sich der Gebärmutterhals – das ist eine Phase, die mehrere Tage oder Wochen oder aber nur einige Stunden dauert. Bei Erstgebärenden hält diese Phase für gewöhnlich länger an. Sobald der Gebärmutterhals vollständig verkürzt ist, beginnt die Aktivphase.

Folgende Anzeichen sind für latente Wehen typisch:

  • Rückenschmerzen und Krämpfe
  • ein verhärteter Bauch
  • unregelmäßige oder regelmäßige Kontraktionen der Gebärmutter
  • Zeichnungsblutungen (mit Blut durchzogener Schleim)
  • Druck im Unterbauch und im Becken
  • der Gebärmutterhals wird weicher (dies kann vom Arzt überprüft werden)

Manchmal fühlen Frauen nur leichte Schmerzen im Rücken oder auf Nierenhöhe. Es ist sehr häufig, dass Wehen allmählich mit leichten Schmerzen beginnen und ein Wechsel der Lage anfangs Erleichterung bringt. Auch ein heißes Bad lindert dann noch den Schmerz.

Symptome der aktiven Wehen

Die Symptome der aktiven Wehen sind mit den Latenzwehen vergleichbar, jedoch präsentieren sie sich in einer stärkeren Ausprägung. Der Muttermund wird weiter bis zur vollständigen Öffnung von zehn Zentimetern. Die Wehen werden stärker. Die Aktivphase dauert etwa drei bis fünf Stunden an und ist somit wesentlich kürzer. Diese Symptome sind entscheidend:

  • der Muttermund ist mehr als vier Zentimeter weit geöffnet und weitet sich zunehmend
  • Blasensprung: Beim Platzen der Fruchtblase kann das Fruchtwasser im Gegensatz zu Urin beim Wasserlassen nicht zurückgehalten werden.
  • schmerzhafte Kontraktionen, deren Abstand geringer wird
  • das Köpfchen des Kindes liegt bereits tief und beginnt auf den Muttermund zu drücken

Wichtig: Schmerzen in der Aktivphase können durch gezielte Atemtechniken sowie Akupunktur verringert werden. Informiere dich über die Möglichkeiten!

Wann soll ich mich auf den Weg in die Geburtsstation machen?

Normalerweise empfiehlt es sich ins Krankenhaus zu gehen, sobald die Kontraktionen stärker erscheinen und die weiteren typischen Anzeichen der nahenden Geburt zu erkennen sind. Es kommt häufig vor, dass Frauen vom Arzt wieder nachhause geschickt werden und ihnen gesagt wird, dass ihre Zeit noch noch nicht gekommen ist.

Aber gerade bei der ersten Schwangerschaft ist es allzu verständlich, dass vielleicht nicht klar ist um welches Stadium es sich handelt und wann es soweit ist!

Wenn du einen Kaiserschnitt willst, ist es ohnehin eine gute Strategie beim Einsetzen der Aktivwehen mit deinem Geburtshelfer/ der Geburtshelferin zu reden, um die Zeichen deines Körpers und deines Babys richtig zu deuten. Du erkennst dann, wann der richtige Moment gekommen ist.

Wenn dein Muttermund etwa fünf Zentimeter weit geöffnet ist, kann je nach Grad der Schmerzen eine Epiduralanästhesie angewendet werden, welche den Beckenbereich lokal betäubt.

Kurze Zeit vor der tatsächlichen Geburt verspürt die Frau einen unglaublichen Drang zu schieben und das Kind endlich zu gebären. Diese Phase tritt ein, sobald der Muttermund vollständig geöffnet ist.

Befindest du dich vor der 38. bis 41. Schwangerschaftswoche, gelten die Wehen als verfrüht. Normalerweise kann dein Baby nach 37 Wochen risikofrei zur Welt kommen. Wenn die oben angeführten Symptome jedoch vor der 36. Schwangerschaftswoche auftreten, ist schnellstmöglich ein Arzt aufzusuchen.

Fragen der Leser/innen:

Wie kann man Schmerzen bei den Wehen reduzieren?

Es gibt mehrere Methoden und Techniken um die Schmerzen der Wehen zu kontrollieren oder sogar zu verringern. Leider ist es nicht möglich, sie vollständig verschwinden zu lassen, da sie Teil des Geburtsprozesses und für unseren Körper charakteristisch sind. Entspannungsaktivitäten, Meditation, Atemkontrolle, Massage, Akupunktur und sogar Warmwasserbäder – ob in der Wanne oder in der Dusche – können äußerst beruhigend für die schwangere Frau sein.

Wie atme ich am besten während den Wehen?

Das Einatmen während den Wehen sollte so ruhig und natürlich wie möglich passieren. Es ist wichtig sich auf einen gleichmäßigen Rhythmus zu konzentrieren – ein tiefes Einatmen durch die Nase und ein leises Ausatmen durch den Mund. Keine Sorge, es ist normal, dass der Rhythmus ab und an verloren geht.

Wie fühlt sich mein Baby während der Geburt an?

Während den Wehen ist es natürlich, dass das Baby sich weniger als davor bewegt, da sich durch den Geburtsvorgangs der Platz reduziert. Das ist aber eine völlig schmerzfreie Veränderung für dein Baby.