Die Anzeichen einer Schwangerschaft sind vielfältig und ermöglichen uns unter der Voraussetzung einer gesunden Körperwahrnehmung und einer guten Beobachtung körperlicher Veränderungen schon früh zu erkennen, ob eine Schwangerschaft vorliegt. Zu den körperlichen Veränderungen, die eine schwangere Frau durchläuft, kann auch verstärkter weißer, milchiger oder auch farbloser Vaginalausfluss zählen. Als Ausfluss gilt allgemein jegliche Flüssigkeit, die aus der Scheide austritt. Oftmals stellt vaginaler Ausfluss ganz gewöhnlichen Zervixschleim1 dar, den wir später (verlinken auf Sektion 3) noch genauer definieren werden. Dieser tritt vor allem in den ersten Wochen einer Schwangerschaft auf, kann eine schwangere Frau aber bis zur Geburt hin begleiten. Die verschiedenen Arten und Auslöser von Ausflüssen bei Frauen, die ein Kind erwarten, wollen wir uns im Verlauf (verlinken auf Sektion 4) noch genauer anschauen.

Die Ursachen für weißen Ausfluss können ganz unterschiedlicher Natur sein und müssen nicht zwangsweise mit einer Schwangerschaft in Zusammenhang stehen. Aufgrund hormoneller Schwankungen wird eine Frau ab Beginn ihrer Pubertät bis hin zu den Wechseljahren von Scheidenausfluss begleitet. Je nach Zyklusphase nimmt dieser unterschiedliche Stärke, Konsistenz und Farbe an. Diese Absonderungen sind ganz natürlich und spiegeln die Aktivitäten eines intakten Hormonhaushalts und funktionstüchtigen Immunsystems wider. Zu den natürlichen Sekreten, die durch Hormonhaushalt und Immunsystem produziert werden, gehören solche von weißer, milchiger oder auch farbloser Art. Sobald das Scheidensekret allerdings eine andere Farbe annimmt und in Kombination mit einem unangenehmen Geruch, Juckreiz und Brennen auftritt, sollte sofort der Arzt aufgesucht werden, da in diesem Fall mit großer Wahrscheinlichkeit eine Infektion vorliegt.

Ursachen des Zervixschleims

Unter Zervixschleim, auch Zervikalschleim genannt, versteht man schleimige Absonderungen aus der Gebärmutter. Das glasige Sekret wird von Drüsen produziert, die im Zylinderepithel des Gebärmutterhalses sitzen. Bei der Befruchtung und der erfolgreichen Einnistung der Spermien in der Gebärmutter nimmt er eine essentielle Rolle ein. Der Zervixschleim ist in den komplexen Vorgang der Fortpflanzung und das hierfür erforderliche Zusammenspiel verschiedener Organe miteingebunden. Er ermöglicht den Spermien die Penetration und sorgt somit dafür, dass diese während des Eisprungs ihren Weg in die Gebärmutter finden. Als Energielieferant der Spermien stärkt er diese zudem und selektiert sie auf Grundlage ihrer Bewegungsfähigkeit. Das Zervixsekret bereitet demnach optimal auf die Befruchtung der Eizelle vor. In anderen Phasen des Zyklus kann das Sekret den Aufstieg der Spermien in die Gebärmutter aber auch verhindern.

  • Austritt von Zervixschleim ist unbedenklich und ganz natürlich

Verschiedene Arten und Auslöser des Zervixschleims

Die Menge, Zusammensetzung und damit einhergehend auch die Konsistenz des Zervixschleims können unterschiedliche Formen annehmen. Einfluss hierauf hat unter anderem der Hormonhaushalt, dessen Zusammensetzung sich je nach Zyklusphase verändert. Das Hormon Östrogen2 beispielsweise, das die Gebärmutterschleimhaut aufbaut und dem Körper damit signalisiert, den Eisprung einzuleiten, tritt vermehrt in der Zyklusmitte auf und stimuliert die Produktion des Zervixschleims. In dieser Phase tritt der Schleim somit vermehrt auf und hat eine sehr dünnflüssige „spinnbare“ Konsistenz. In farblicher Hinsicht lässt er sich als glasklar beschreiben.

Ab dem Zeitpunkt des Eisprungs, in der zweiten Zyklusphase, sorgt das Hormon Progesteron3 für den Erhalt der Gebärmutterschleimhaut und mindert die Absonderung des Zervixsekrets. Zu diesem Zeitpunkt sondert sich nur wenig Schleim ab, der zudem von dickflüssigerer eher klumpiger Konsistenz ist und einen weißlichen Farbton annimmt. Während einer Schwangerschaft reinigt das Zervixsekret die Gebärmutter.

Andere Ausflüsse in der Frühschwangerschaft

Ab dem Moment, in dem eine Frau erfährt, dass sie schwanger ist, entwickelt sie meist ein ganz neues Körperbewusstsein. Jede kleinste Veränderung und auch jedes potentielles Anzeichen von Komplikationen wird sehr ernst genommen und viele Frauen sind in dieser Zeit sehr besorgt um den Verlauf ihrer Schwangerschaft und das Wohl ihres Kindes. Auch leichte bis starke Ausflüsse können in der Frühschwangerschaft für Besorgnis und Unruhe sorgen. Generell kann man festhalten, dass weiße und auch bräunliche Ausflüsse bei schwangeren Frauen in den ersten Wochen zur Regel gehören. Sekrete weißer oder farbloser Art können durchaus auch in stärkerer Form auftreten. Ob sich die Absonderungen noch im Bereich des Normalen befinden, lässt sich schnell anhand einer Untersuchung der Konsistenz, Farbe und Menge des Sekrets erschließen.

Während einer Schwangerschaft wird die Scheidenschleimhaut stärker durchblutet als sonst. Die erhöhte Durchblutung ist dafür verantwortlich, dass schwangere Frauen vor allem hellen, farblosen oder auch milchigen Ausfluss produzieren. Genau wie die verschiedenen Phasen des Zyklus, ist auch die Schwangerschaft von hormonellen Schwankungen geprägt, die Einfluss auf die Absonderung von Scheidenflüssigkeiten haben. Veränderungen hormoneller Art sorgen bei Schwangeren zumeist für transparenten oder auch weißen Ausfluss. Besonders farbloser Ausfluss stellt ein Anzeichen eines intakten Immunsystems dar, da er aktiv Bakterien abtötet. Auch die Absonderung eines bräunlichen Sekrets während der Frühschwangerschaft bietet noch keinen Grund zur Besorgnis. Hinter dieser verbirgt sich die Nidationsblutung4. Eine solche Blutung ist eher schwach und tritt ein nachdem sich die befruchtete Eizelle erfolgreich in die Gebärmutter eingenistet hat.

Gefährliche Vaginalabsonderungen hingegen sind solche, die für eine Erkrankung sprechen. Zu diesen gehören gelbliche oder rosa Ausflüsse, welche oftmals mit unangenehmem Geruch, Brennen und Juckreiz einhergehen. In diesem Fall kann man von einer bakteriellen Infektion oder einer Pilzerkrankung ausgehen. Sicherheit bringt der Gang zum Arzt, den wir Ihnen unbedingt ans Herz legen, um die Übertragung der Infektion auf das ungeborene Kind zu vermeiden und eine effektive Behandlung zu erfahren.

WICHTIG: Gelblicher oder rosa Ausfluss, unangenehmer Geruch, Juckreiz, Brennen deuten auf bakterielle Infektion oder Pilzerkrankung hin. Arztbesuch in diesem Fall dringend notwendig!