Die Anzeichen einer Schwangerschaft sind vielfältig und mithilfe deiner gesunden Körperwahrnehmung ist es möglich diese bereits früh zu erahnen. Vielleicht hast du dich bereits mit der Menge und dem Aussehen deines natürlichen Ausflusses beschäftigt: Dieser verändert sich im Laufe einer Schwangerschaft meist.

Am häufigsten können wir eine ab und zu verstärkte Absonderung von weißer, milchiger oder auch farbloser Flüssigkeit aus der Scheide bemerken. Wir nennen dies generell Ausfluss – dabei sei noch dahingestellt, ob er natürlichen oder krankheitsbedingten Ursprungs ist. Es handelt sich in der Regel lediglich um Zervikalschleim, welcher im Gebärmutterhals gebildet wird.

WICHTIG: Frauen, die ihren Zyklus gut kennen, können mithilfe von Aussehen und Konsistenz des Zervikalschleims bestimmen, in welcher Zyklusphase sie sich gerade befinden.

In den ersten Wochen der Schwangerschaft kommt es zu verstärktem Ausfluss – dieser kann bei manchen Frauen bis zur Geburt anhalten. Die Ursachen dafür können dennoch unterschiedlicher Natur sein und müssen nicht zwingendermaßen auf eine Schwangerschaft hinweisen.

Wir werden aufgrund von hormonellen Schwankungen ab Beginn der Pubertät bis hin zu den Wechseljahren von Scheidenausfluss begleitet. Je nach Zyklusphase nimmt dieser eine unterschiedliche Stärke, Konsistenz und Farbe an. Die Absonderungen sind ganz natürlich und spiegeln die Aktivitäten eines intakten Hormonhaushalts und eines funktionstüchtigen Immunsystems wider. Unbedenkliche Sekrete unseres Körpers sind dabei in der Regel weiß, milchig oder farblos.

Sobald das Scheidensekret allerdings eine andere Farbe annimmt und in Kombination mit einem unangenehmen Geruch, Juckreiz und Brennen auftritt, solltest du deinen Arzt/ deine Ärztin aufsuchen, da in diesem Fall mit großer Wahrscheinlichkeit eine Erkrankung besteht.

Die Herkunft und Bedeutung des Zervikalschleims

Unter Zervikalschleim oder Zervixschleim verstehen wir eine schleimige Absonderung aus der Gebärmutter. Das glasige Sekret wird von Drüsen produziert, die im Zylinderepithel des Gebärmutterhalses sitzen. Es nimmt bei der Befruchtung und der erfolgreichen Einnistung der Spermien in der Gebärmutter eine wichtige Rolle ein, da es den Spermien die Penetration ermöglicht.

Das Sekret ist außerdem Energielieferant der Spermien, selektiert diese aber auch aufgrund seiner Zähflüssigkeit, da er die Samenzellen in ihrer Beweglichkeit hemmt.
In anderen Phasen des Zyklus kann das Sekret den Aufstieg der Spermien in die Gebärmutter auch verhindern.

Zyklische Veränderungen des Zervikalschleims

Die Menge und Zusammensetzung des Zervikalschleims können unterschiedliche Formen annehmen. Dabei spielt unser Hormonhaushalt eine bedeutende Rolle.

Das Hormon Östrogen baut die Gebärmutterschleimhaut auf und signalisiert dem weiblichen Körper damit die Einleitung des Eisprungs. Östrogen wird hauptsächlich in der Zyklusmitte produziert und stimuliert die Neubildung des Schleimmantels. Er ist dann besonders dünnflüssig, glasklar und von „spinnbarer“ Konsistenz.

Ab dem Zeitpunkt des Eisprungs (zweite Zyklusphase) sorgt das Hormon Progesteron für den Erhalt der Gebärmutterschleimhaut und verringert die Absonderung. Vielleicht kannst du es bemerken: Das abgesonderte Sekret ist dann dickflüssiger und nimmt einen eher weißlichen Farbton an. Während der Schwangerschaft reinigt das Zervixsekret die Gebärmutter.

Andere Arten von Ausfluss in der Frühschwangerschaft

Leichter bis verstärkter Ausfluss kann uns in der Frühschwangerschaft Sorgen bereiten, da die Ursache womöglich unklar ist. Achte daher auf die Farbe und Konsistenz, um zu verstehen, was gerade in deinem Körper geschieht. Die Absonderung von weißem und bräunlichem Sekret ist bei schwangeren Frauen in den ersten Wochen sehr verbreitet. Weißer oder farbloser Ausfluss kann zudem in stärkerer Form vorkommen.

Während einer Schwangerschaft wird die Scheidenschleimhaut stärker durchblutet als sonst. Durch die erhöhte Durchblutung produzieren schwangere Frauen vor allem hellen, farblosen oder auch milchigen Ausfluss. Genau wie in den verschiedenen Phasen des Zyklus ist auch die Schwangerschaft von hormonellen Schwankungen geprägt, die einen essentiellen Einfluss nehmen.

Farbloser Ausfluss ist hierbei das Anzeichen eines intakten Immunsystems, da er aktiv Bakterien abtötet. Auch die Absonderung eines bräunlichen Sekrets während der Frühschwangerschaft bietet noch keinen Grund zur Unruhe. Hinter dieser verbirgt sich die sogenannte "Nidationsblutung". Eine solche Blutung ist eher schwach und tritt ein, nachdem sich die befruchtete Eizelle erfolgreich in die Gebärmutter eingenistet hat.

Vorsicht ist geboten, wenn du gelblichen oder rosafarbenen Ausfluss bemerkst, der mit unangenehmem Geruch, Brennen und Juckreiz verbunden ist. In diesem Fall kannst du von einer bakteriellen Infektion oder einer Pilzerkrankung ausgehen.

WICHTIG: Suche dann jedenfalls deinen Gynäkologen/ deine Gynäkologin auf, um die Übertragung einer Infektion auf das ungeborene Kind zu vermeiden und eine Behandlung zu erhalten.