Der Eisprung, auch als Ovulation oder Follikelsprung bekannt, bezeichnet den Moment, indem bei einer gebärfähigen Frau eine reife Eizelle den Eierstock verlässt und ihre Wanderung durch den Eileiter bis hin zur Gebärmutter antritt. Obwohl der weibliche Körper über zwei Eierstöcke verfügt, wirft innerhalb eines Zyklus normalerweise nur ein Eierstock eine reife Eizelle ab. Diese Eizelle ist dann bereit zur Befruchtung. Der Eisprung kann demnach viel über den Zeitraum der nur wenigen fruchtbaren Tage innerhalb des Menstruationszyklus einer Frau verraten. Besteht ein Kinderwunsch, kann die Berechnung der fruchtbaren Phase mithilfe der Ermittlung des Zeitpunkts des Eisprungs die Chancen schwanger zu werden erheblich erhöhen. Die Ovulation findet zur Mitte des Menstruationszyklus hin statt. Geht man von einem 28 Tage-Zyklus aus, so findet der Eisprung am 14. Tag statt. Bei einem kürzeren Zyklus tritt die reife Eizelle ihre Reise zur Gebärmutter schon früher an. Ein längerer Zyklus zieht folglich auch einen späteren Follikelsprung nach sich. Von einem normalen Menstruationszyklus geht man bei einer Dauer von 25 bis 30 Tagen aus. Ein regelmäßiger Menstruationszyklus steigert die Möglichkeit eines Eisprungs. Grund für häufige Unregelmäßigkeiten können Menstruationsstörungen sein. Diese vermindern die Chance eines Eisprungs und können ihn sogar verhindern.

Ein kurz bevorstehender Eisprung kann sich anhand bestimmter Anzeichen und Symptome bemerkbar machen. Zu den bekannten Symptomen gehört ein einseitiges Ziehen im Unterleib, das auch Mittelschmerz genannt wird. Dieser Schmerz entsteht durch das Wachstum der Eizelle. Auch der letztendliche Sprung der Zelle kann sich bei eine Frau durch bestimme Symptome bemerkbar machen. An diesem Tag kämpfen einige Frauen mit Übelkeit und kolikartigen Schmerzen. Als weiterer Indikator dient der Zervixschleim1. Während des Eisprungs lässt sich dieser als durchsichtig und spinnbar beschreiben. Ein weiteres Indiz stellt ein geöffneter weicher Muttermund dar, dem man durch Ertasten auf die Spur kommt. Weniger häufig treten sogenannte Ovulationsblutungen2 auf, die aber eher einen rötlich gefärbten Zervixschleim darstellt. Der Follikelsprung geht mit bestimmten hormonellen Veränderungen einher. Typischerweise steigt kurz vorher das Hormon LH3 (luteinisierendes Hormon) an, was sich mit einem Ovulationstest feststellen lässt. Der Anstieg des Hormon LH ist zwar ein Anzeichen einer bevorstehenden Ovulation, kann diese aber nicht garantieren. Anhand der Basaltemperatur kann im Nachhinein festgestellt werden, ob ein Eisprung stattgefunden hat. Diese steigt aufgrund hormoneller Veränderungen kurz nach der Ovulation nämlich an.

Was aber nun wenn jegliche Anzeichen bei einem erwarteten Eisprung ausbleiben und dieser verspätet eintritt? Welche Ursachen (Verweis: Ursachen der Verspätung) sich hinter einem verspäteten Eisprung (Verweis: Ursachen der Verspätung) verbergen können und welche Folgen dieser für einen bestehenden Kinderwunsch (Verweis: Trotzdem schwanger werden) bedeuten kann, darauf wollen wir im Fogenden eingehen.

Ursachen der Verspätung

Zunächst sollte erst einmal festgehalten werden, dass im Leben einer Frau auch durchaus mal Menstruationszyklen auftreten können, in denen kein Eisprung stattfindet. Das Ausbleiben einer Ovulation kann zunächst als normal und unbedenklich gewertet werden. Mit zunehmendem Alter bis hin zu den Wechseljahren können sich Zyklen ohne Eisprung häufen. Schwankungen hinsichtlich des Zeitpunkts des Follikelsprungs können je nach Ausmaß ebenfalls als normal und harmlos betrachtet werden. Ein verzögerter Eisprung wird beispielsweise besonders häufig bei gesunden jungen Frauen im Alter von 20 bis 25 Jahren festgestellt, da diese des Öfteren mehr Zeit für die Eireifung benötigen.

Für eine verspätete Ovulation kann es verschieden Ursachen geben. Einer der Faktoren, die Einfluss auf den Zyklus haben kann, ist Stress. Stress kann den natürlichen Hormonhaushalt durcheinander bringen und die Regulierung der Hormone, die für den Eisprung zuständig sind, hemmen. Auch hinter Krankheiten verbirgt sich das Risiko einer verspäteten Ovulation, da die Körperfunktionen eingeschränkt sind und die Bekämpfung der Erkrankung im Vordergrund steht. Bei plötzlichen Klimawechseln, z.B. reisebedingt, kann der Menstruationszyklus einer Frau ebenfalls aus dem Gleichgewicht geraten. Weiterhin können Zigaretten, Alkohol und jegliche andere bewusstseinserweiternde Mittel eine Diysregulation des weiblichen Zyklus bewirken und zu einer verspäteten Einleitung des Follikelsprungs führen, was hier als Folge eines generellen Angriffs auf die Gesundheit und das Immunsystem zu betrachten ist. Weitere Ursache eines verspäteten Eisprungs können unter Umständen Medikamente darstellen. Hier ist eine Rücksprache mit dem Arzt zu halten, um sich Gewissheit über die Nebenwirkungen einzunehmender Präparate zu verschaffen. Vor allem Medikamente, die neu eingenommen werden, können sich zunächst auf den weiblichen Zyklus auswirken. Die weibliche Fruchtbarkeit erfährt außerdem auch durch starkes Über- oder Untergewicht eine Bedrohung, da das hormonelle Gleichgewicht hier außer Kontrolle geraten kann. Insbesondere ein starker und schneller Gewichtsverlust kann Menstruationsstörungen hervorrufen und den Eisprung hemmen. Letzter Grund eines verzögerten Eisprungs kann eine Schwangerschaft sein. Wer vergeblich auf einen Eisprung wartet und eine Schwangerschaft nicht ausschließen kann, sollte sich mit Hilfe eines Schwangerschaftstests Gewissheit verschaffen.

WICHTIG: Tritt ein fälliger Eisprung nicht ein und eine Schwangerschaft kann nicht ausgeschlossen werden, sollte man sich mit Hilfe eines Schwangerschaftstests Gewissheit verschaffen.

Trotzdem schwanger werden

Durch einen verzögerten Eisprung verlängert sich auch der Zyklus einer Frau. Das mit Verspätung gesprungene Ei kann sich aber dennoch erfolgreich in der Gebärmutter einnisten und befruchtet werden. Demnach ist es grundsätzlich möglich, dass eine Frau trotz verspätetem Eisprung schwanger wird. Für Frauen mit Kinderwunsch besteht also kein Grund bei nicht eintretender Ovulation sofort zu verzweifeln. Wer jedoch gehäuft mit Menstruationsstörungen zu kämpfen hat und des Öfteren einen verzögerten Eispung an sich beobachtet, sollte dies durch einen Arzt abklären lassen. Durch die Vermeidung der oben genannten Faktoren kann eine Frau zweifellos Einfluss auf die Regelmäßigkeit ihres Eisprungs nehmen und einen gesunden und regelmäßigen Mensturationszyklus unterstützen. Wer schwanger werden möchte, sollte die verschiedenen Phasen des Zyklus genau beobachten, um den Zeitpunkt des Eisprungs ausmachen zu können. Als Orientierung dienen die genannten Symptome, anhand derer eine Berechnung des Zeitpunkts des Eisprungs erfolgen kann. Als äußerst hilfreich kann sich ein Eisprungkalender erweisen, mit dem Sie festhalten, wann ihre Regelblutung eintritt und den Zeitraum ihres Zyklus eintragen. Somit lässt sich ganz einfach herausfinden, wann mit Ihrem Eisprung zu rechnen ist und Ihre fruchtbaren Tage stattfinden.

WICHTIG: Bei häufig auftretenden Menstruationsstörungen und verzögertem Eisprung sollte Rücksprache mit einem Arzt gehalten werden!