Beim Eisprung, auch als Ovulation oder Follikelsprung bekannt, verlässt die reife Eizelle den Eierstock und tritt ihre Wanderung durch den Eileiter bis hin zur Gebärmutter an. Obwohl der weibliche Körper über zwei Eierstöcke verfügt, wirft innerhalb eines Zyklus normalerweise nur ein Eierstock eine reife Eizelle ab, welche dann bereit zur Befruchtung ist. Der Zeitpunkt des Eisprungs kann uns demnach viel über die fruchtbaren Tage innerhalb des Menstruationszyklus verraten. Besteht ein Kinderwunsch, kann die Berechnung der fruchtbaren Phase durch die Ermittlung des Eisprungs die Chancen schwanger zu werden erheblich erhöhen.

Die Ovulation findet zur Mitte des Menstruationszyklus hin statt. Geht man von einem durchschnittlichen 28-Tage-Zyklus aus, so handelt es sich dabei um den 14. Tag. Bei einem kürzeren Kreislauf tritt die reife Eizelle ihre Reise zur Gebärmutter schon früher an – bei einem längeren passiert der Follikelsprung folglich später. Ein regelmäßiger Zyklus steigert die Möglichkeit eines Eisprungs. Menstruationsstörungen können hierbei zu Unregelmäßigkeiten führen und diesen Prozess verzögern oder sogar verhindern.

Ein kurz bevorstehender Eisprung kann sich anhand bestimmter Anzeichen bemerkbar machen. Zu den bekannten Symptomen gehört ein einseitiges Ziehen im Unterleib ("Mittelschmerz"), welches durch das Wachstum der Eizelle entsteht. Der letztendliche Sprung der Zelle kann sich wiederum durch Übelkeit und kolikartige Krämpfe bemerkbar machen. Als weiterer Indikator dient der Zervikalschleim. Während des Eisprungs lässt sich dieser als durchsichtig und "spinnbar" beschreiben, wobei er durch gelegentliche Ovulationsblutungen auch rötlich gefärbt sein kann. Durch Ertasten kannst du außerdem einen weichen, geöffneten Muttermund vorfinden.

Der Follikelsprung geht mit bestimmten hormonellen Veränderungen einher. Typischerweise steigt der Pegel des Hormons LH3 (luteinisierendes Hormon) kurz davor an, was mit einem Ovulationstest feststellbar ist. Der erhöhte Gehalt des Hormons LH gilt zwar als Anzeichen, ist jedoch kein unfehlbarer Indikator. Anhand der Basaltemperatur kann jedoch im Nachhinein festgestellt werden, ob ein Eisprung stattgefunden hat: Diese steigt kurz nach der Ovulation an.

Ursachen einer Verspätung

Wir müssen hier zunächst festhalten, dass in unserem weiblichen Leben auch durchaus Menstruationszyklen ohne Eisprung vorkommen können. Das Ausbleiben der Ovulation kann zunächst als normal und unbedenklich gewertet werden. Mit zunehmendem Alter bis hin zu den Wechseljahren können sich Zyklen ohne Eisprung häufen. Schwankungen hinsichtlich des Zeitpunkts können dabei je nach Verzögerungsausmaß als unbedenklich betrachtet werden. Ein später Eisprung wird beispielsweise besonders häufig bei gesunden jungen Frauen im Alter von 20 bis 25 Jahren festgestellt, da diese mehr Zeit für die Eireifung benötigen.

Nun, einer der einflussreichsten Faktoren im weiblichen Zyklus ist Stress. Er kann den natürlichen Hormonhaushalt durcheinanderbringen und die Regulierung der Hormone, die für den Eisprung zuständig sind, hemmen. Auch hinter körperlichen Erkrankungen verbirgt sich das Risiko einer verspäteten Ovulation, da die Körperfunktionen eingeschränkt sind und die Bekämpfung der Erreger im Vordergrund steht. Bei plötzlichem Klimawechsel kann der Menstruationszyklus einer Frau ebenfalls aus dem Gleichgewicht geraten. Weiterhin können Zigaretten, Alkohol und jegliche andere Suchtmittel eine Dysregulation des weiblichen Zyklus bewirken, was als Folge eines generellen Angriffs auf die Gesundheit und das Immunsystem zu betrachten ist. Die Einnahme von Medikamenten ist hier gleich zu behandeln und kann eine Verzögerung verursachen.

WICHTIG: Du solltest Rücksprache mit deinem Arzt/ deiner Ärztin halten, um dir Gewissheit über die Nebenwirkungen einzunehmender Präparate zu verschaffen. Vor allem Medikamente, die neu eingenommen werden, können sich zunächst auf den weiblichen Zyklus auswirken.

Deine Fruchtbarkeit erfährt außerdem auch durch starkes Über- oder Untergewicht eine Bedrohung, da das hormonelle Gleichgewicht außer Kontrolle geraten kann. Insbesondere ein starker und schneller Gewichtsverlust kann Menstruationsstörungen hervorrufen und den Eisprung hemmen. Natürlich kann auch eine Schwangerschaft Grund für das Ausbleiben deines Eisprungs sein – wenn du diese Möglichkeit in Erwägung ziehst, ist ein Arztbesuch ratsam!

Trotzdem schwanger werden

Durch einen verzögerten Eisprung verlängert sich auch der Zyklus einer Frau. Das mit Verspätung gesprungene Ei kann sich aber dennoch erfolgreich in der Gebärmutter einnisten und befruchtet werden. Demnach ist es grundsätzlich möglich trotz verspäteten Eisprungs schwanger zu werden.

Für Frauen mit Kinderwunsch besteht also kein Grund zur Verzweiflung. Wer jedoch gehäuft mit Menstruationsstörungen zu kämpfen hat und des Öfteren einen verzögerten Eisprung an sich beobachtet, sollte dies in Zuge einer ärztlichen Untersuchung abklären lassen. Durch die Vermeidung der obengenannten schädlichen Mittel kannst du zweifellos Einfluss auf die Regelmäßigkeit deines Zyklus nehmen und deine Gesundheit unterstützen.

WICHTIG: Bei häufig auftretenden Menstruationsstörungen und verzögertem Eisprung sollte Rücksprache mit einem Arzt/ einer Ärztin gehalten werden!

Wer schwanger werden möchte, sollte die verschiedenen Phasen des eigenen Körpers genau beobachten, um den Zeitpunkt der Ovulation ausmachen zu können. Als Orientierung dienen die genannten Symptome, anhand derer eine Berechnung erfolgen kann. Als äußerst hilfreich erweist sich hierbei ein Eisprungkalender, mit dem du festhalten kannst, wann ihre Regelblutung eintritt und wie lange sie andauert. Somit lässt sich ganz einfach herausfinden, wann du mit deinem Eisprung rechnen kannst und deine fruchtbaren Tage stattfinden.