Trotz der guten Aufklärung heutzutage stellen sich immer wieder – vor allem Jugendliche – die Frage, ob man durch Petting schwanger werden kann. Durch anfängliche Zärtlichkeit kann sich schnell die Angst und die Schwangerschaftsfrage entwickeln, welche grundlegend nicht so absurd ist, wie es für viele scheint.

WICHTIG: Denn auch das Präejakulat1, der Lusttropfen, enthält Spermien und kann die weibliche Eizelle somit befruchten und zu einer Schwangerschaft führen – wenn auch eher unwahrscheinlich, da lediglich ein Bruchteil der eigentliche Menge an Spermien eines normalen Samenergusses in dem Lusttropfen enthalten sind.

Was ist Petting?

Petting ist eine Sexualpraktik in der alle Berührungsvarianten möglich sind – bis auf den Akt des Geschlechtsverkehres. Es findet eine Liebkosung des Körpers, mit besonders intensiver und gegenseitiger Zuneigung und manueller Reizung und Stimulierung der Geschlechtsteile, statt – es passiert alles bis auf die Penetration. Petting ist sehr gut dafür geeignet, vor dem Ersten Mal den Körper des Partners kennen zu lernen und ein Gefühl zu entwickeln, was ihm und einem selbst gefällt – je besser man sich gegenseitig kennt, desto größer wird das Vertrauen und das Selbstvertrauen, und damit später die sexuelle Befriedigung. Allerdings stellt es auch im höheren Alter noch eine lustvolle Alternative zum Geschlechtsverkehr dar.

WICHTIG: „Gefährlich“ kann es werden, wenn frisches Sperma durch Eindringen mit dem Finger in die Scheide gelangt. Dadurch könnte man theoretisch, allerdings weniger wahrscheinlich als durch Geschlechtsverkehr, schwanger werden.

Der Lusttropfen und seine Gefahren

Der Lusttropfen ist die kleine Menge an klarer, schleimartiger Flüssigkeit die bei sexueller Erregung vor dem eigentlichen Samenerguss aus dem Penis austritt – daher der Fachbegriff Präejakulat. Dieses dient beim Geschlechtsverkehr als natürliches Gleitmittel. Der Lusttropfen enthält bei seiner Bildung noch keine Spermien, da diese nicht an der selben Stelle produziert werden.

Spermien im Lusttropfen

Mehrere Studien haben allerdings bereits Spermien im Lusttropfen nachweisen können – dafür gibt es zwei Erklärungen:

  1. 1Hat kurz vor dem Lusttropfen ein Samenerguss stattgefunden, können mit diesem Präejakulat die übriggebliebenen Spermien ausgeschieden werden.
  2. 2Der Prozess des Samenergusses beginnt durch die Stimulierung des Mannes. Die Spermien sind somit durch den Samenleiter bereits in die Harnröhre gelangt und werden anschließend mit dem Lusttropfen ausgeschwemmt.

Der Lusttropfen an sich reicht allerdings nicht aus um schwanger werden zu können. Die Samenzellen überleben außerhalb des Körpers nur wenige Stunden, und sobald die Samenflüssigkeit getrocknet ist nur wenige Minuten. Gelangt der Lusttropfen aber direkt oder zumindest in noch feuchtem Zustand in die Vagina, ist eine erfolgreiche Befruchtung möglich, wenn auch unwahrscheinlich. Selbst unter optimalen Bedingungen erreichen nur circa 300 Spermien eines Samenergusses, der ursprünglich bis zu 250 Millionen Spermien enthalten hat, die Eileiter, wo eine Befruchtung stattfinden kann. Im Lusttropfen befindet sich allerdings nur ein Bruchteil dieser Menge. Zudem fehlt ein Großteil der weiteren Bestandteile der Samenflüssigkeit, die für das Überleben der Samenzellen und für eine erfolgreiche Befruchtung nötig sind.

Geschlechtskrankheiten durch den Lusttropfen?

Die Angst um die mögliche Schwangerschaft lässt viele Frauen oftmals vergessen, dass der Lusttropfen allerdings noch weitere Gefahren mit sich bringt: Sexuell übertragbare Geschlechtskrankheiten. Auch wenn es sich nur um eine sehr kleine Menge Flüssigkeit handelt, können bereits über das klare Sekret Geschlechtskrankheiten übertragen werden.

Tripper, Pilzinfektionen und Chlamydien

Eine der häufigsten Krankheiten ist in diesem Fall Gonorrhoe2, bekannt als Tripper. Diese Erreger können von der Harnröhre bis zur Cowperschen Drüse3 vordringen und diese infizieren. Andere Geschlechtskrankheiten sind Chlamydien4, Pilzinfektionen oder Mykoplasmen5 – auch hier erfolgt die Infektion über die befallene Cowpersche Drüse. HIV kann normalerweise nicht beim Petting übertragen werden, da Petting grundlegend nicht mit einem Körperflüssigkeiten-Austausch identifiziert wird. Findet allerdings ein „sehr intensives Petting“ statt, es also ein Austausch der Körperflüssigkeiten Blut, Sperma und / oder Vaginalsekret besteht, ist es möglich auch beim Petting eine Infektion mit dem HI Virus zu erlangen.

Falsche Vorstellungen vom Schwanger werden ohne Penetration

Das Thema Petting, Lusttropfen und der Schwangerschaft ohne Geschlechtsakt führen häufig zu Unsicherheit. Lusttropfen können durchaus Spermien enthalten, allerdings ist es nicht sehr wahrscheinlich ohne Penetration schwanger zu werden.

Stoffbarrieren und Wasser

Eine Schwangerschaft ohne Geschlechtsakt ist sehr wahrscheinlich ausgeschlossen, wenn Körperkontakt mit dem Samenerguss durch Stoffbarrieren, wie eines Slips oder der Unterhose, besteht. Zusätzlich kann das Sperma beim Petting unter der Dusche, in der Badewanne oder generell im Wasser nicht überleben, und somit die Eizelle nicht befruchten.