Ja, ziehende Schmerzen im Unterbauch können in Kombination mit anderen Symptomen auf eine Schwangerschaft hindeuten. Viele Frauen leiden gerade zu Beginn ihrer Schwangerschaft unter krampfartigen oder stechenden Schmerzen in den Eierstöcken. Jedoch ist Vorsicht geboten, da wir zwischen sicheren und unsicheren Schwangerschaftsanzeichen unterscheiden können. Schmerzen oder etwa Koliken im Unterbauch können nach dem Eisprung auftreten, eine Ausprägung von PMS (Prämenstruelles Syndrom) sein oder durch einen Infekt aufgelöst werden.

Im Folgenden werden eine Reihe an möglichen Ursachen für Unterbauchschmerzen genannt und dabei geklärt, wann ein Besuch beim Arzt/ bei der Ärztin sinnvoll ist.

Unterbauchschmerzen – Was kann das bedeuten?

Ziehender Schmerz und Schwangerschaft

Keine Sorge – die Einnistung der befruchteten Eizelle ist mit meist sehr feinen Veränderungen im Körper verbunden und diese sind nicht immer so offensichtlich. Manche Frauen kennen ihren Körper aber besonders gut und können etwa 6-10 Tage nach der Befruchtung ein leichtes Ziehen im Unterleib und eine schwache, helle Blutung bemerken.

Ein paar Tage nach der Einnistung deuten weitere Anzeichen auf eine Schwangerschaft hin:

  • metallischer Geschmack im Mund
  • Spannungsgefühl in den Brüsten
  • Heißhunger
  • Übelkeit
  • Kopfschmerzen

Denke daran: Ein ziehender Schmerz im Unterbauch kann auf eine Schwangerschaft hindeuten, aber auch ein Zeichen für ein Problem mit der Schwangerschaft sein. Wenn sich der Schmerz verstärkt, sollte jedenfalls eine Untersuchung stattfinden. Bist du dir bereits sicher schwanger zu sein, sollte daher vor allem eine Eileiterschwangerschaft ausgeschlossen werden, welche mit stärker werdenden Schmerzen einhergeht und potentiell lebensbedrohlich ist.

Mittelschmerzen beim Eisprung

Die sogenannten Mittelschmerzen sind zyklusbedingte Körperschmerzen der Eierstöcke (Reifung einer Eizelle, Eisprung, Regelblutung).

Beim Eisprung (auch Follikelsprung oder Ovulation), welcher in der Mitte des etwa 23-35 Tage andauernden Menstruationszyklus geschieht, wird eine noch unbefruchtete Eizelle aus den Eierstöcken in den Eileiter abgestoßen.

Im Gegensatz zu Regelschmerzen, die ein großflächiges Ziehen im Unterbauch hervorrufen, treten die Mittelschmerzen oder Intermenstrualschmerzen beim Eisprung meist nur einseitig auf. Dies hängt davon ab, welcher der beiden Eierstöcke gerade aktiv ist.

Wichtig: Dieser Schmerz dauert für gewöhnlich nicht länger als 1-2 Tage an, daher sollte bei Andauern des Unwohlseins ein

PMS (prämenstruelles Syndrom)

Während in der ersten Zyklushälfte unter dem Einfluss von Östrogen die Schleimhaut in der Gebärmutter wächst, wird sie in der zweiten Hälfte unter der Einwirkung des Gelbkörperhormons (Gestagen) Progesteron auf die Einnistung der Frucht vorbereitet.

Das prämenstruelle Syndrom, welches komplexe Beschwerdebilder umfassen kann, steht damit in Zusammenhang und tritt in der zweiten Zyklushälfte auf. Etwa jede dritte Frau ist davon betroffen, wobei die Ausprägungen von PMS vier bis vierzehn Tage vor der Menstruation sehr divers sein können – dies sind häufige Symptome:

  • Gewichtszunahme durch Wasseransammlungen im Gewebe
  • Hautveränderungen
  • Müdigkeit und Erschöpfung
  • Verdauungsbeschwerden
  • Unterleibsschmerzen
  • Kopf- und Rückenschmerzen
  • Migräne
  • Heißhunger oder Appetitlosigkeit
  • Stimmungsschwankungen und Reizbarkeit
  • Antriebslosigkeit oder Hyperaktivität
  • Angstzustände

Entzündungen und Infekte

Im Falle von Entzündungen der Eierstöcke sind die Schmerzen oft langsam ansteigend und haben einen eher dumpfen, bohrenden Charakter.

Der vor allem bei Frauen häufige und zumeist unkomplizierte Harnwegsinfekt verursacht hingegen neben Schmerzen im Unterbauch Brennen beim Wasserlassen und häufigeren Harndrang.

Beim Gynäkologen/ bei der Gynäkologin kann zur Feststellung von Erkrankungen ein PAP-Test gemacht werden. Dieser lässt Rückschlüsse auf Entzündungen und Infektionen, jedoch ebenso auf Krebsvorstufen zu. Der PAP-Test ist das bedeutendste Instrument zur Feststellung von Gebärmutterhalskrebs. Dieser betrifft zwar nur eine geringe Anzahl an Frauen, doch da diese Diagnose gravierend ist, sollten anhaltende Schmerzen niemals unbeachtet bleiben.

Endometriose

Endometriose ist eine gutartige, jedoch oft mit chronischen Schmerzen verbundene Erkrankung, bei der Gebärmutterschleimhaut außerhalb der Gebärmutterhöhle vorkommt. Diese wird im Zuge des Menstruationszyklus ebenso abgestoßen und führt in anderen Bereichen des Körpers – meist im Bauch- und Beckenraum – zu ziehenden,austrahlenden Schmerzen. Endometriose wird mit Unfruchtbarkeit in Verbindung gebracht und ist generell eine verbreitete Erkrankung, die zur Beeinträchtigung der Lebensqualität führen kann. Eine Feststellung durch den Arzt/ die Ärztin ist möglich und empfehlenswert, da den Schmerzen durch Medikamenteneinnahme entgegengewirkt werden kann. Vor dem Griff zu Medikamenten können jedoch etliche weitere Behandlungsmethoden ausprobiert werden.

Behandlung von Unterbauchschmerzen

Generell eignen sich zum Beispiel zur Behandlung von Mittelschmerz beim Eisprung die selben Maßnahmen wie beim Regelschmerz. Das gilt aber nur dann, wenn die Schmerzen nicht mit einer ernst zu nehmenden Krankheit zusammenhängen.

Entspannende Wärme

Eine W舐meflasche oder ein hei゚es Bad unterst・zen die Lung von Kr舂pfen und die Wiederherstellung einer guten Durchblutung. Dabei knen dem Badewasser 舩herische ヨle beigesetzt werden, um den Effekt zu steigern. Auch eine Tasse Tee kann von innen w舐mend die Entspannung fden.

Versuch’s doch mal mit Kräutern

Es gibt sogennante „Frauenkäuter“ – zum Beispiel:

  • Frauenmantel
  • Schafgarbe
  • Johanniskraut
  • Lavendel

Dabei werden einige dieser Pflanzen traditionell in Form von Aufgüssen (Tee) eingenommen und andere zum Beispiel als Badezusatz oder Wickel angewandt. Die Recherche lohnt sich, da eine Belastug des Körpers durch klassische Medikamente so vermieden werden kann.

Mineralien und Nährstoffe

Der Zyklus ist ein natürlicher Bestandteil des weiblichen Lebens. Allerdings zehrt gerade der Eisprung stark am Nährstoffhaushalt von Frauen. Insbesondere Mineralien wie Magnesium und Eisen schwinden durch den Zyklus in bis zu dreifacher Geschwindigkeit. Zusätzlich zu Mineralien dürfen diesbezüglich auch Vitamine nicht fehlen. Darum ist es empfehlenswert sich besonders mit den Nährstoffen in Obst und Gemüse auseinanderzuetzen, um einem Mangel auf natürlichem Wege vorzubeugen. Nährstoffmangel kann auch durch Ergängzungsmittel ausgeglichen werden, doch ist es dabei empfehlenswert eine Fachperson zu Rate zu ziehen, da die Aufnahme von Nährstoffen meist komplexer ist, als uns so manche Werbung weis machen möchte.

Medikamente

Besonders ausgeprägte Schmerzen erfordern gegebenefalls die Einnahme von Schmerzmitteln. Doch gerade bei chronischen Beschwerden ist es äußerst notwendig die Nebenwirkungen der Medikamente zu beachten, da viele davon auf Dauer vor allem schwer belastend auf Magen, Leber und Nieren wirken können.
Sollte eine Entzündungskrankheit hinter den Beschwerden stecken, ist es angebracht die geeignete Therapie mit dem Arzt/ der Ärztin abzuwägen.

Chirurgische Eingriffe

Wird der unnatürlich starke Schmerz durch eine Zyste, einen Tumor, Gallen- oder Nierensteine ausgelöst, ist für gewöhnlich ein chirurgischer Eingriff von Nöten, durch den etwaige Störenfriede entfernt werden können.

Fragen von Leser/innen:

Ich bekomme Unterbauchchmerzen beim Sex – Woran liegt das?

Ein Harnwegsinfekt, eine Wunde im Gebärmutterhals, vaginale Inektionen – vor allem auch Endometriose ist eine Möglichkeit: Schmerzen beim Sex können verschiedene Ursachen haben. Zur richtigen Dianose ist es wichtig den Gynäkologen/ die Gynäkologin aufzusuchen, um eine geeignete Behandlung zu finden.

Wichtig: Gerade Schmerzen beim Sex sollten nicht einfach so hingenommen werden – es gibt immer einen Grund für Schmerzen und den gilt es zu erkennen. Strebe nach Wohlbefinden beim Sex ud höre auf deinen Körper!