Die Plazenta, auch als Mutterkuchen bekannt, bildet sich zu Beginn der Schwangerschaft einer Frau. Sie plaziert sich in der Gebärmutter, ganz in der Nähe der Eizelle. Meist ist sie an einer der Vorder-, Hinter-, oder Seitenwände der Gebärmutter anzufinden. Über die Nabelschnur versorgt die Plazenta den Embiyo mit Nährstoffen und stellt den Versorgungsweg zwischen Mutter und Kind her. Zudem entsorgt sie Abfallprodukte des Ungeborenen und produziert wichtige Schwangerschaftshormone. Normalerweise bleibt die Plazenta bis zur Geburt an ihrem Platz und wird vom Körper erst danach als sogenannte Nachgeburt abgestoßen. In seltenen Fällen kann es aber zu einer vorzeitigen Plazentaablösung kommen, welcher Zustand für Mutter und Kind lebensbedrohlich werden kann. Die vorzeitige Plazentaablösung wird in der Medizin auch als Abruptio plazentale1 bezeichnet. Hierbei löst sich der Mutterkuchen ganz oder teilweise von der Gebärmutter ab. Somit entsteht die Gefahr, dass die Ernährungszufuhr und mitunter auch die Sauerstoffzufuhr zum Kind eingeschränkt oder gänzlich durchtrennt wird. Es besteht die Gefahr eines Absterbens des Embryos und somit einer Totgeburt. Besonders gefährdet eine vorzeitige Plazentaablösung zu erleiden sind Frauen, bei denen die Plazenta tiefer liegt als normal und bis an den Muttermund ranreicht. In diesem Fall spricht man von einer Plazenta praevia2, die den Muttermund ganz oder teilweise verdeckt. Besonders in der letzten Phase der Schwangerschaft ist die Gefahr einer Plazentaablösung hier besonders hoch. Welche Anzeichen und Symptome mit einer vorzeitigen Plazentaablösung einhergehen und was Sie präventiv unternehmen können, wollen wir uns im Verlauf einmal näher anschauen.

Wie die Symptome erkennen

Zu den Symptomen, an denen Sie eine Plazentaablösung während der Schwangerschaft erkennen, gehören plötzlich auftretende und anhaltende Schmerzen in der Gebärmutterregion, Angstzustände sowie innere Unruhe, Herzrasen, Blaufärbung der Haut und Schleimhäute (Zyanose3), Bewusstlosigkeit sowie Blutungen in der Gebärmutter (uterine Blutungen4). Hat sich die Plazenta nur leicht gelöst, fallen die Blutungen eher schwach aus. Wird das Ungeborene hierbei noch mit genügend Nährstoffen versorgt, kann es ausreichend sein, der Mutter Bettruhe unter ärztlicher Beobachtung zu verordnen. Je nachdem wie sich das Kind und die Gesundheit der Mutter weiterentwickeln, wägt ein Arzt ab, ob im späteren Verlauf ein Kaiserschnitt von Nöten ist. Liegt eine Ablösung von großen Teilen der Plazenta vor, hat dies auch eine starke Blutung zur Folge. Diese kann für Mutter und Kind lebensbedrohlich werden, weshalb in den meisten Fällen schnellstmöglich ein Kaiserschnitt durchgeführt werden muss.

Meist erkennen schwangere Frauen anhand auftretender Symptome schnell, dass Komplikationen vorliegen, können diese oft zunächst aber nicht zuordnen. Sollten Sie eine der genannten Anzeichen für eine vorzeitige Plazentaablösung an sich beobachten, suchen sie schnellstmöglich einen Arzt auf, um eine umgehende Erstversorgung zu gewährleisten!

WICHTIG: Beobachten Sie während der Schwangerschaft Schmerzen in der Gebärmutterregion, Angstzustände sowie innere Unruhe, Herzrasen, Blaufärbung der Haut und Schleimhäute, Bewusstlosigkeit oder Blutungen an sich, suchen Sie schnellstmöglich einen Arzt auf!

Was gegen vorzeitige Ablösung tun

Zu den Faktoren, die eine vorzeitige Plazentaablösung begünstigen, gehört das Rauchen. Ein frühzeitiges Aufhören vor der Schwangerschaft wird daher nahegelegt, um die Möglichkeit von Schwangerschaftskomplikationen zu verringern. Frauen mit hohem Blutdruck sind besonders gefährdet, eine Plazentaablösung während der Schwangerschaft zu erleiden. Daher sollten diese starke Belastungen und Stress unbedingt vermeiden. Aber auch für alle anderen schwangeren Frauen können Ruhe und Entspannung zur Vorbeugung einer Abruptio plazentale beitragen. Zudem sollten schweres Heben und Tragen während der Schwangerschaft unbedingt vermieden werden. Sorgen Sie für eine ausgewogene Ernährung und ein gesundes Körpergefühl. Außerdem sind regelmäßige Kontrolluntersuchungen wichtig, um Komplikationen frühzeitig erkennen und die Plazenta sowie die Entwicklung des Ungeborenen beobachten zu können.