Die Plazenta ist der sogenannte Mutterkuchen. Dieser ist flach, rund und hat einen Durchmesser von bis zu 25 Zentimetern, und ist 3 Zentimeter dick. Die Plazenta entwickelt sich im Laufe der Schwangerschaft und versorgt das Kind mit Sauerstoff und Nahrung. Er besteht aus feinen Blutgefäßen die von Bindegewebe umgeben sind. Nach der Geburt stirbt die Plazenta ab und wird als die sogenannte Nachgeburt1 ausgeschieden. Die Plazenta produziert zudem Hormone, stößt Giftstoffe aus und schützt das Ungeborene vor schädlichen Einflüssen. Die Prozesse der Plazenta laufen über die Nabelschnur ab.

Die Plazenta entwickelt sich erst mit Beginn der Schwangerschaft und hat eine eingeschränkte Lebensdauer. Mehr als 42 Schwangerschaftswochen überlebt der Mutterkuchen nicht – das Gewebe in der Plazenta stirbt mit der Zeit ab, was allerdings ein ganz natürlicher Prozess ist. Wenn die Plazenta am altern ist, findet die sogenannte Verkalkung statt. Wird die Plazenta nicht genug durchblutet erfolgt die Verkalkung schneller, und die Plazenta durchlebt einen schnelleren Alterungsprozess als normalerweise. In diesem Fall, muss das Ungeborene unter Beobachtung stehen, damit der Gynäkologe rechtzeitig entscheiden kann, ob dieses noch ausreichend versorgt wird, oder aber schon frühzeitig entbunden werden muss. Den Grad der Plazenta Grannum kann der Arzt mithilfe eines Ultraschalls überprüfen.

WICHTIG: Die Plazenta stirbt nach spätestens 42 Schwangerschaftswochen ab, und ist verkalkt.

Was bedeuten die Reifegrade?

Die sogenannte Verkalkung kann in vier Grade eingeteilt werden. Diese beschreiben die Intensivität der Verkalkung, also den fortschreitenden Alterungsprozess. Die Reifegrade sind eindeutige Indikatoren für die Reife der Plazenta und somit den Gesundheitszustand des Embryos. Ist die Plazenta bereits zu verkalkt, kann es beispielsweise zu einer Mangelernährung des Kindes kommen.

Plazenta Grannum 0: Ohne Verkalkung
Plazenta Grannum 1: Leicht verkalkt
Plazenta Grannum 2: Mehr verkalkt
Plazenta Grannum 3: Stark verkalkt

Plazenta Grannum Grad 0

Der Reifegrad 0 ist in der Regel bis zur 12. Schwangerschaftswoche. Die Struktur der Plazenta kann sich durch negative Einflussfaktoren wie zum Beispiel Rauchen oder einen Virus relativ schnell verändern und weiterentwickeln.

Plazenta Grannum Grad I

Der Reifegrad I ist in der Regel die 13.-32. Schwangerschaftswoche. Die Plazenta wächst in dieser Zeit und gewinnt an Dicke und somit an Schutz für das Embryo. Eine geringe Verkalkung in diesem Stadium erfolgt ganz ohne äußere Einflüsse – es stellt lediglich den Alterungsprozess der Plazenta dar.

Plazenta Grannum Grad II

Der Reifegrad II ist in der Regel die 32.-36. Schwangerschaftswoche. Bis zur 36. Schwangerschaftswoche ist dieser Grad und somit die Verkalkung normal und nicht besorgniserregend.

Plazenta Grannum Grad III

Der Reifegrad III ist in der Regel ab der 37. Schwangerschaftswoche. Dieses Stadium der Alterung und der Verkalkung sollte nicht vor der 36. Schwangerschaftswoche erreicht sein, da der Embryo sonst nicht ausreichend versorgt werden würde. Es kann allerdings auch zu einer frühzeitigen Alterung ohne äußere, negative Einflüsse kommen.

Es gibt verschiedene Ursachen für eine frühzeitige Reifung der Plazenta:

Sollte eine Diabetes Erkrankung vorliegen kann es auf natürlichem Wege zu einer schnelleren Verkalkung der Planzenta kommen. In diesem Fall sollte eine regelmäßige Kontrolle von einem Gynäkologen erfolgen. Bei einer Präeklampsie oder einer intrauterinen Infektion ist es ratsam den Mutterkuchen regelmäßig untersuchen zu lassen, da auch in diesen Fällen eine schnelle Alterung vorkommen kann.