Der Hormonhaushalt verändert sich während der Geburt enorm. Nach der Geburt muss sich dieser wieder einpendeln, damit die Periode regelmäßig eintritt. Bei manchen Frauen kommt die Periode mehr als ein Jahr lang nicht mehr, andere hingegeben haben wenige Wochen nach der Geburt schon wieder ihre Tage. Mancher Körper scheint anfangs nicht mehr den Rhythmus zu finden und die Regel ist viel stärker als vor der Geburt.

Frühestens drei Wochen nach der Geburt ist ein Eisprung möglich

Die Umstellung der Hormone nach der Schwangerschaft im weiblichen Körper beansprucht einiges an Zeit. Eine veränderte Hormonproduktion muss aktiviert und in einen Rhythmus gebracht werden. Mit der Nachgeburt startet der gesamte Prozess allerdings bereits – verantwortlich dafür ist die Plazenta. Mit dem Ausscheiden dieser, werden alle von ihr produzierten Hormone ausgestoßen und der Hormonspiegel sink bereits im Blut und im Urin. Ein weiterer Schritt, auf dem Weg zum Wiedereintreten der Periode, ist der Aufbau des Gewebes und der Rückbildung der Gebärmutter. In der Regel dauert es mindestens bis zu drei Wochen nach der Geburt, bis sich der Hormonhaushalt wieder normalisiert hat, und ein Eisprung möglich ist. Anschließend dauert es noch weitere zwei Wochen, bis die Blutung einsetzt.

WICHTIG: Grundlegend kann gesagt werden, dass die erste Periode nach der Geburt frühestens fünf bis sechs Wochen nach der Geburt eintritt.

Wochenfluss oder Menstruation?

Der Wochenfluss, welcher aus dem restlichen Blut, Schleim und dem Plazentagewebe besteht, wird direkt nach der Geburt ausgeschieden. Viele Frauen verwechseln diese Blutung häufig mit der ersten Periode, da diese von der Farbe und auch von der Konsistenz der richtigen Periode sehr ähnelt. Der Wochenfluss ist je nach Frau circa zwei bis sechs Wochen lang – je mehr Kinder bereits geboren wurden, desto länger hält der Wochenfluss an, da die Gebärmutter mehr Zeit benötigt um sich wieder komplett zuschließen. In dieser Zeit verändert sich allerdings die Farbe des Ausflusses: Anfangs ist dieser rot, wird dann jedoch braun und endet in weiß / gelb.

Stärke der Regelblutung und Rückkehr zur Normalität

Am längsten warten stillende Mütter auf das Einsetzen ihrer Monatsblutung. Der Grund: Stillen verändert den Hormonhaushalt.

Das Hormon Prolatkin, welches für die Milchproduktion in der Schwangerschaft verantwortlich ist, hemmt zusätzlich die Eizellreifung und damit den Eisprung. Frauen die demnach länger und vor allem häufiger stillen, produzieren mehr von dem Prolatkin.

WICHTIG: Schlussfolgernd verzögert sich die erste Periode nach der Schwangerschaft bei Frauen die viel, beziehungsweise generell stillen!
Mütter die überhaupt nicht stillen, können schon bereits nach einigen Wochen nach der Geburt wieder mit der Periode rechnen.

Das Eintreten der Periode noch während der Stillzeit stellt allerdings keine Notwendigkeit dar, sofort abzustillen. Selbst während der Periode funktioniert die Milchproduktion gut und in der Milch sind weiterhin viele Nährstoffe enthalten. Zu einer kleinen Veränderung kann es allerdings im Geschmack der Milch kommen. Zusätzlich wird die Menge ein wenig verringert und die Brustwarzen könnten empfindlicher werden. Aber generell ist es kein Problem, während der ersten Periode nach der Geburt noch weiterhin zu stillen.

Periode verändert sich nach der Geburt

Da sich der Hormonhaushalt nach der Geburt komplett neu einpendeln muss, kann es vor allem in den ersten Zyklen zu einer veränderten Monatsblutung kommen. In der Regel sind die ersten Zyklen viel schmerzhafter und intensiver als vor der Geburt. Die Periode wird in den ersten Zyklen zusätzlich sehr unregelmäßig sein. Mal wird sie stärker, mal schwächer eintreten. Es kann bis zu fünf Zyklen, also circa einem halben Jahr, dauern, bis sich der Hormonhaushalt eingerichtet hat und somit wieder ein normaler Zyklus stattfindet. Allerdings ist es nach einer Geburt üblich, dass diese stärker, schwächer oder auch schmerzhafter oder schmerzfreier als vor der Geburt ist.

Verhütung und Schwanger werden nach der Geburt

Nicht jedes Verhütungsmittel ist für die Zeit nach der Geburt geeignet. Vor allem während der Stillzeit gelten besondere Anforderungen an eine zuverlässige Verhütungsmethode: Sie darf weder die Gesundheit des Babys oder der Mutter, noch die Milchbildung- und qualität beeinträchtigen.

Schwangerschaft trotz ausbleibender Menstruation möglich

Ein weit verbreiteter Irrtum, dass eine weitere Schwangerschaft unmittelbar nach einer Geburt nicht möglich ist, da das Hormon Prolatkin produziert und gestillt wird, sowie die Periode noch nicht eingesetzt hat, trifft nicht zu! Eine Schwangerschaft ist vor der ersten Periode möglich, da der Eisprung vor dem Einsetzen der Regelblutung stattfindet und somit zunächst unbemerkt bleibt.

WICHTIG: Stillen stellt keine sichere Verhütungsmethode nach der Schwangerschaft dar!

Solange noch gestillt wird, kommen unterschiedliche Verhütungsmittel- und methoden in Frage: Grundlegend ist zwischen den Barrieremethoden, den Hormonellen sowie den Natürlichen Verhütungsmethoden zu unterscheiden.

Barrieremethoden

Nur Barrieremethoden bieten auch Schutz vor Geschlechtskrankheiten.

Zu den Barrieremethoden zählen folgende Verhütungsmittel:

  • Kondom
  • Diaphragma

Für stillende Frauen wären Barrieremethoden, das heißt Kondom oder Diaphragma, eine passende Möglichkeit, da diese Methoden die Milchproduktion nicht beeinträchtigen oder einen Einfluss auf diese ausüben. Die Zuverlässigkeit ist natürlich von der Anwendung der Sexualpartner abhängig.
Ein Diaphragma muss von speziell dafür ausgebildeten Fachärzten eingesetzt, oder wieder angepasst werden, wenn vor der Geburt bereits auf diese Art verhütet wurde. Der Nachteil eines Diaphragmas ist, dass dieses erst drei Monate nach der Geburt eingesetzt werden kann, da die Infektionsgefahr zu groß ist, und die sich Organe im Beckenbereich erst wieder erholen und zurückbilden müssen.

Hormonelle Methoden

Hormonelle Verhütungsmethoden sind vorrangig für nicht stillende Frauen zu empfehlen. Auf jeden Fall sollte Rücksprache mit einem Gynäkologen gehalten werden, damit das passende, individuelle Verhütungsmittel gefunden wird.

Pille und Minipille

Wer während der Stillzeit nicht auf die Pille verzichten möchte, oder kann hat die Möglichkeit die sogenannte Minipille einzunehmen und damit zu Verhüten. Die Minipille enthält im Vergleich zu der Kombinationspille nur das Hormon Gestagen, welches sich nicht negativ auf die Milchproduktion und somit auf die Gesundheit des Kindes auswirkt. Ein wichtiger Faktor für die Zuverlässigkeit der Minipille ist die regelmäßige Einnahme der Pille: Im Idealfall soll die Minipille jeden Tag zur gleichen Uhrzeit eingenommen werden um den bestmöglichen Schutz gewähren zu können.
Die Kombinationspille ist hingegen nicht für stillende Frauen geeignet, da die Gefahr besteht, dass das Kind durch die Milch zu viele Hormone aufnehmen kann. Zusätzlich sind in dieser Pille Östrogene enthalten sind. Diese wirken sich auf die Milchproduktion aus und sorgt für eine verringerte Produktionsmenge.

Spirale

Die Spirale stellt auch eine sichere Verhütungsmethode dar – für nicht stillende aber auch stillende Frauen, da diese sowie die Minipille lediglich das Hormon Gestagen enthält, und sich somit nicht auf die Milchproduktion auswirkt. Ein Nachteil der Spirale ist allerdings, dass diese erst nach mindestens sechs bis acht Wochen nach der Geburt eingesetzt werden kann, da sich auch hier, wie bei dem Diaphragma die Gebärmutter zurückbilden muss, und die Infektionsgefahr ansonsten zu groß ist.

Natürliche Methoden

Natürliche Verhütungsmethoden kosten kein Geld und haben auf das Stillen keinen Einfluss. Es gibt die Möglichkeit der Schleim- sowie Temperaturmethode – beide Varianten sind jedoch nicht sicher und für Frauen die in naher Zukunft keine weitere Schwangerschaft geplant haben, nicht geeignet. Allerdings sind diese Methoden für Frauen eine gute Alternative zu hormonellen Verhütungsmethoden, die grundlegend nicht abgeneigt von einer weiteren, zeitnahen Geburt sind.