Wenn der errechnete Geburtstermin eingetreten ist, die Wehen aber noch lange auf sich warten lassen, gibt es viele verschiedene und hilfreiche Möglichkeiten und Methoden die Wehen einzuleiten und die Geburt zu beschleunigen. Oftmals fehlt zum Ende hin die Geduld und die Kraft – ab der 40. Schwangerschaftswoche ist es in Ordnung wenn die Geburt eingeleitet wird. Vor der 40. Schwangerschaftswoche wird allerdings davon abgeraten den natürlichen Weg zu beschleunigen, da sich die frühzeitige Beendigung von der Geburt negativ auf das Baby auswirken kann.

Warum die Wehen früher einleiten?

Bei einigen Gegebenheiten ist es allerdings sogar notwendig, dass eine Geburt eingeleitet wird:

  • Plazentainsuffizienz1
  • Geburtstermin um mindestens 10 Tage überschritten
  • Schwangerschaftsdiabetes
  • Mangelversorgung

Liegt eine Plazentainsuffizienz vor, kann es gefährlich für die Mutter und das Kind werden, somit ist es besser, wenn die Geburt in diesem Fall eingeleitet wird. Sollte der errechnete Geburtstermin bereits 10 oder 14 Tage überschritten sein, wird es ebenfalls Zeit, dass die Geburt stattfindet, da das Kind nach diesem Zeitraum nicht mehr ausreichend versorgt werden könnte. Bei Schwangerschaftsdiabetes besteht die Gefahr, dass das Kind auch frühzeitig zur Welt gebracht werden muss – ebenfalls sobald eine Mangelversorgung, beispielsweise durch eine verkalkte Gebärmutter, besteht. Alle Möglichkeiten sollten allerdings in jedem Fall mit dem Gynäkologen oder Hebamme besprochen werden, damit für die Mutter und das Kind keine Gefahr entsteht.

WICHTIG: Die Mutter und das Kind müssen bereit für eine eingeleitete Geburt sein: Der Muttermund sollte somit bereits geöffnet und weich sein und die Wehen sollte nicht vor der 40. Schwangerschaftswoche eingeleitet werden.

Tipps zum Einleiten der Geburt

Nachdem Rücksprache mit der Hebamme oder dem Gynäkologen gehalten wurde, kann entschieden werden welche der verschiedenen Möglichkeiten genutzt werden soll, um die Geburt auf natürlichem Weg, ohne Medikamente einzuleiten. Wichtig ist, dass nicht mehrere Möglichkeiten gleichzeitig ausprobiert werden, da dies den Organismus der Frau durcheinander bringen könnte.

Wehentee

Eisenkraut, Zimt, Ingwer und Nelken können beschleunigend auf die Wehen wirken: Alle Gewürze zusammen mit heißem Wasser kochen, und über den Tag verteilt trinken. Der Tee wirkt sich stimulierend auf die Gebärmuttermuskulatur aus, und nach circa zwei Tagen können die Wehen einsetzen.

Brustwarzenstimulation

Während einer Brustwarzenstimulation wird das Hormon Oxytozin2 freigesetzt, welches wehenfördernd sein soll, und kann so als Einleitung der Geburt genutzt werden. Die Brustwarzen für eine Minute massieren, dann eine dreiminütige Pause machen und den Vorgang mehrere Male wiederholen. Mit dieser Methode können die Wehen bereits nach einer halben Stunde einsetzen, wenn die Gebärmutter und der Muttermund bereit für die Geburt sind. Für Frauen die allerdings sehr empfindlich an den Brustwarzen sind, kommt die Möglichkeit nicht in Frage, da sich der Körper in dem Fall nur verkrampft und es sich kontraproduktiv auf die Geburt auswirkt.

Geschlechtsverkehr

Ist die Gebärmutter schon bereit für die Geburt, lassen die Wehen aber noch auf sich warten kann Geschlechtsverkehr als natürliches Mittel genutzt werden, um die Wehen einzuleiten: Während des Geschlechtsverkehrs wird das wehenfördernde Hormon Oxytozin freigesetzt. Zusätzlich ist in dem Sperma Prostaglandin3 enthalten, welches sich ebenfalls positiv auf die Wehen auswirken soll. Die Kontraktionen in der Gebärmutter während des Orgasmus wirkt ebenfalls als Wehen-Beschleunigung. Aber keine Sorge: Ist das Kind noch nicht bereit für die Geburt, werden durch Geschlechtsverkehr keine frühzeitigen Wehen ausgelöst.

Bauchmassage

Eine Bauchmassage mit ätherischen Ölen von Eisenkraut, Nelken, Zimt oder Ingwer wird ebenfalls oft als Einleitung der Wehen verwendet. In kreisenden Bewegungen sollten die Öle einmassiert werden, und die Wehen können nach circa 2 Tagen einsetzen.

Baden

Auch ein warmes Bad kann helfen die Wehen frühzeitig einzuleiten. Auch hier werden wieder Nelken, Ingwer, Zimt oder Eisenkraut Zusätze empfohlen, da sich diese Gewürze entspannend und positiv auf die Gebärmutter wirken. Allerdings sollte niemals alleine ein Bad genommen werden, da der Kreislauf schnell sinken kann.

Bewegung

Egal ob ein kleiner Spaziergang, Beckenkreisen oder Bauchtanz: Bewegung ist ein natürliches Mittel, um die Wehen einzuleiten. Grund dafür ist der Druck des Kopfes des Babys auf das Becken, wodurch Oxytozin ausgeschüttet wird. Das Baby kann dadurch ebenfalls in eine bessere Position gebracht werden und somit die Wehen schneller hervorrufen. Allerdings alles nur in Maßen, damit noch genug Energie und Kraft für die eigentliche Geburt vorhanden ist.

Wehen mit Medikamenten fördern

In vielen Krankenhäusern wird schnell zu Medikamenten gegriffen, wenn sich der Muttermund nicht schnell genug öffnet. Da jede Geburt allerdings unterschiedlich verläuft, sollte vorerst versucht werden, die Wehen auf natürlichem Weg einzuleiten und die Geduld nicht zu verlieren. In manchen Fällen, wie zum Beispiel einer Plazentainsuffizienz, muss allerdings zu Medikamenten gegriffen werden. Ist der Muttermund bereits etwas geöffnet, kann die Geburt mit einer Oxytocin-Infusion eingeleitet werden. Diese Methode ist weder für Mutter noch für das Kind besorgniserregend. Das Hormon Prostaglandin kann ebenfalls als Zäpfchen, Tablette oder Gel eingenommen werden und wirkt wehenfördernd.

Vorsicht: Wehencocktail!

Eine alte bekannte Methode um die Wehen einzuführen ist die Einnahme von Abführmitteln, besonders oft wird das Rizinusöl verwendet. Die Rizinolsäure regt den Darmtrakt an und löst Wehen aus. Es kommt zu Durchfall und oftmals auch zu Erbrechen. Durch den enormen Wasserverlust ist diese Methode sehr belastend für Mutter und Kind. Zudem enthält das Rizinol Alkohol, was weder für die Mutter noch für das Kind geeignet ist. Nebenwirkungen können vorzeitige Plazentaablösungen sein und zudem kann es zu pathologischen Herztönen kommen. Von Verwendung dieser Methode wird ausdrücklich abgeraten.

Eipol-Ablösung

Bei der Eipol-Ablösung wird der Muttermund stimuliert und die äußere Membran der Fruchtblase von der Gebärmutterwand gelöst. Diese Methode ist sehr unangenehm und ist häufig sogar schmerzhaft. Die Eipol-Ablösung kann nur von einer Hebamme oder Gynäkologen durchgeführt werden und ist in der Regel erst notwendig, wenn der Geburtstermin bereits 2 Wochen überschritten ist und die Geburt somit wirklich herbeigeführt werden muss.

Akupunktur

Die Akupunktur ist eine Methode die bereits während der Schwangerschaft von vielen Frauen angewandt wird. Aber Akupunktur kann, wenn die Schwangerschaft schon weit fortgeschritten ist, auch wehenfördernd wirken.

Nelkenöl

Sogenannte Nelkenöl-Tampons werden von Hebammen in Nelkenöl getränkt und anschließend eingeführt. Das Öl soll den Muttermund weicher und geburtsbereit machen. Diese Methode ist allerdings noch nicht ausreichend erforscht und ist somit nicht unbedingt zu empfehlen.