Viele Menschen glauben, dass der Mond einen Einfluss auf die Schwangerschaft und Geburt hat, da der Zyklus einer Frau dem eines Mondzyklus (circa 28-29 Tage) ähnelt. Somit besteht der Mythos, dass bei Vollmond oder bei dem Mondwechsel mehr Geburten stattfinden, als bei Neumond oder anderen Tagen.

Dieses Ammenmärchen wurde allerdings bereits durch unzählige Studien widerlegt: Der Mond beeinflusst die Geburtenrate nicht. Die weltweit größte Studie in Hinblick auf die Anzahl der Mondzyklen, hat an der deutschen Universität Halle-Wittenberg stattgefunden, und in dem Zeitraum von 1966 bis 2003 mehr als vier Millionen Geburten in Baden-Württemberg analysiert. Das Ergebnis war, dass in diesen 37 Jahren 420 Mondzyklen durchlaufen worden sind – allerdings gibt es keinen Zusammenhang mit der Geburtenzahl.

Geburt bei Vollmond

Obwohl nun mittlerweile unzählige Studien bewiesen haben, dass es keinen Zusammenhang zwischen den Mondphasen und den Geburten gibt, glaubt noch ein großer Teil der Menschen an diesen Mythos. Der Grund dafür könnte relativ simpel die subjektive und selektive Wahrnehmung sein, welche sind in zwei Alltagsphänomenen äußert:

  1. 1Die Gegebenheiten die erwartet, oder zu sehen geglaubt werden, werden in der Regel immer durch seine Beobachtungen und Gedanken bestätigt.
  2. 2Ein Mensch kann sich an Gegebenheiten besser erinnern, die er sich einbildet und fest dran glaubt.

Aus diesen Gründen glauben gerade viele Hebammen noch so häufig an den Zusammenhang der Mondphasen und die Geburten. Für besondere Ereignisse, werden aussagekräftige Gründe gesucht, und in diesem Fall ist es der Mond. Da es ein „besonderes“ Erlebnis war, bei Vollmond geboren zu werden, bleibt dieses Erlebnis länger im Gedächtnis, als eine Geburt bei Halbmond, da eine spezielle Verbindung zum Mond aufgebaut und assoziiert wird.

Andere Mondphasen und Mondwechsel

Insgesamt gibt es vier Monde pro Zyklus:

  • Vollmond
  • abnehmender Mond
  • Neumond
  • zunehmender Mond

In vielen anderen Kulturen gibt es zwar einige Beispiele, in denen der Mond beziehungsweise der Vollmond eine große Rolle spielt, demnach ist es möglicherweise nicht so abstrakt, dass dies auch bei der Geburt der Fall sein könnte, vor allem da der Menstruationszyklus dem Mondzyklus sehr nahe ist, allerdings wird dies nur weiterhin für viele Menschen, den Alltag strukturieren. Da solch eine subjektive Sicherheit, die in den Mondphasen gefunden werden, für viele Menschen für den Alltag essentiell sind: Diese Phasen strukturieren ihre Zeit, da sie diese Strukturierung nie in ihrem Leben gelernt haben und auf solche äußeren Einflüsse angewiesen sind.