Die Gebärmutterausschabung ist ein harmloser, operativer Eingriff, bei dem die Gebärmutterschleimhaut im Bereich der Gebärmutterhöhle und des Gebärmutterhalses entfernt wird. Die Operation findet über die Vagina statt, somit ist kein Bauchschnitt notwendig. Die Entfernung der Gebärmutterschleimhaut ist ein harmloser Eingriff, da der Prozess an sich jeden Monat mit der Periode auf natürliche Art und Weise abläuft.

Warum findet eine Ausschabung statt?

Die Gebärmutterausschabung, auch Abrasio oder Kürettage genannt, wird aus zwei unterschiedlichen Gründen durchgeführt: Die Abrasio findet zum einen aus diagnostischen Gründen, um beispielsweise das Gewebe nach Gebärmutterhalskrebs zu untersuchen, oder aber aus therapeutischen Gründen, zu denen eine verstärkte oder auch verlängerte Periode zählt.

Blutungen

Der häufigste Grund für eine Ausschabung der Gebärmutter sind Blutungsstörungen: Zu starke oder zu lange Menstruationszyklen sind oft ein Zeichen für hormonelle Störungen, gutartige Tumore in der Gebärmuttermuskulatur oder für Polypen. Die Blutungen können allerdings auch auf eine zu dick aufgebaute Gebärmutterschleimhaut zurückzuführen sein. Durch die Entfernung der Gebärmutterschleimhaut können diese Blutungen gemildert oder gar gestoppt werden. Wenn die Wechseljahre eintreten, kommt es häufig zu solch einer Ausschabung.

Fehlgeburt

Ist es in den ersten Schwangerschaftswochen zu einer Fehlgeburt oder einem sogenannten intrauterinen Fruchttod1 gekommen, ist eine Ausschabung erforderlich. So werden gefährliche Komplikationen und Infektionen ausgeschlossen, welche allerdings noch durch Antibiotika unterstützt werden müssen.

Nach der Geburt

Nach der Geburt und der Nachgeburt bleiben dennoch Reste der Plazenta oder der Eihäute in der Gebärmutter hängen. Im Normalfall können bestimmte Medikamente diese Reste entfernen, damit die Gebärmutter sich wieder zusammenziehen kann. Ist dies nicht der Fall, oder wirken die Medikamente nicht ausreichend, kommt es zu Blutungen und es erfolgt eine Ausschabung.

Schwangerschaftsabbruch

Findet eine Abtreibung statt, wird die Gebärmutter ebenfalls ausgeschabt. Allerdings erfolgt dies in diesem Fall durch eine sogenannte Saugkürettage2.

Wie funktioniert die Kürettage

Die Kürettage ist für Gynäkologen ein sehr harmloser und routinierter Eingriff. Mit einer sogenannten Kürette3 wird der Gebärmutterhals und die Gebärmutterhöhle vorsichtig ausgeschabt. Somit wird die Gebärmutterschleimhaut entfernt. Das entfernte Gewebe kann anschließend beispielsweise auf Gebärmutterhalskrebs untersucht werden. Der Eingriff dauert lediglich 5 bis 10 Minuten und erfolgt in der Regel ambulant.

Risiken einer Gebärmutterausschabung

Eine Ausschabung stellt einen harmlosen Eingriff dar, allerdings kann dieser auch Risiken mit sich führen:

  • Blutungen
  • Unterleibschmerzen
  • Schädigung der Gebärmutter
  • Infektionen
  • veränderte Menstruation

Häufig kommt es nach einer Ausschabung zu Blutungen die der Periode von der Intensivität sehr ähneln. In seltenen Fällen kann es auch zu stärkeren Blutungen kommen, wenn beispielsweise ein Ast der Gebärmutterarterie bei dem Eingriff verletzt wurde. Da die Gebärmutter allerdings ein stark durchblutetes Organ ist, sind Blutungen nicht direkt besorgniserregend: Es kann an einem zu tiefen Schnitt oder lediglich noch Restgewebe liegen. In jedem Fall sollte allerdings der Rat eines Gynäkologen eingeholt werden.
Unterleibschmerzen können in den ersten Tagen nach der Entfernung der Schleimhäute ebenfalls auftreten. Diese ähneln den Menstruationsbeschwerden und können durch Schmerzmittel gelindert werden.
Sollte die Gebärmutter bei dem Eingriff beschädigt, oder gar durchstochen worden sein, ist eine Bauchspiegelung notwendig damit die Verletzung behandelt werden kann.
Relativ häufig kommt es nach einer Ausschabung zu Infektionen die allerdings nicht besorgniserregend sind. Es kann jedoch auch eine Eileiterentzündung entstehen, welche in jedem Fall vom Gynäkologen behandelt werden muss.
Nach einer Ausschabung kann es zu Vernarbungen in der Gebärmutter kommen und somit das einnisten einer Eizelle verhindern. Dadurch kann es zu einer Unfruchtbarkeit kommen. Anzeichen für solche Vernarbungen sind das Ausbleiben der Periode nach der Ausschabung sowie Fehlgeburten.
In seltenen Fällen kann das Bindegewebe des Gebärmutterhalses so stark verletzt werden, dass dieses so sehr geschwächt ist, dass es bei einer folgenden Schwangerschaft dem Gewicht des Kindes nicht mehr standhalten kann. Dadurch kann es zu Frühgeburten kommen, oder einer Schädigung des Kindes in der Gebärmutter.

Erholungszeit nach dem Ausschaben

In der Regel erfolgt der Heilungsprozess relativ schnell. Anfangs werden Blutungen und Unterleibschmerzen auftreten, welche allerdings ganz normal sind und zu dem Heilungsprozess dazu gehören. In manchen Fällen verschiebt sich der Menstruationszyklus durch die Ausschabung ein wenig und es kann entweder zu früh oder aber auch erst zu spät zur ersten Periode nach der Ausschabung kommen. Allerdings bedeutet eine längere Periodenpause nicht, dass eine Schwangerschaft ausgeschlossen ist: In diesem Fall ist es möglich, dass ein Eisprung bereits stattgefunden hat, und die Periode bald folgt – demnach auch unmittelbar nach einer Ausschabung an die Verhütung denken.