Die ersten Anzeichen einer Schwangerschaft bemerken viele Frauen, rein intuitiv, bereits zu einem sehr frühen Zeitpunkt wenn sich einige Tage nach der Befruchtung die Eizelle in der Gebärmutter eingenistet hat. Das Gefühl für den eigenen Körper verrät, dass sich etwas verändert, ohne dass spürbare Symptome auftreten. In Verbindung mit ersten, subjektiven Anzeichen, wie Übelkeit oder das Ausbleiben der Periode, wird das anfängliche Gefühl bestätigt. Die Schwangerschaft beginnt eigentlich mit der Befruchtung – das Schwangerschaftsalter wird allerdings ab Zyklusbeginn berechnet: Somit ab dem ersten Tag der letzten Periode.

Diese frühen Symptome deuten auf eine Schwangerschaft hin:

  • Spannungsgefühl in den Brüsten
  • Häufiger Harndrang
  • Stimmungsschwankungen
  • Veränderter Appetit
  • Geruchsempfindlichkeit
  • Extreme Müdigkeit
  • Übelkeit
  • Kreislaufprobleme und Schwindelgefühl
  • Erhöhte Scheidensekretion

Schwangerschaftssymptome treten nicht bei jeder Frau gleich intensiv auf – alle Empfindungen und Ausprägungen sind rein individuell. Ab dem Moment der Befruchtung der Eizelle, beginnt der Körper allerdings vermehrt Hormone zu produzieren, welche für alle Schwangerschaftssymptome verantwortlich sind: Östrogen1 und die Schwangerschaftshormone HCG1 und Progesteron3 regulieren den Körper und beeinflussen die Gefühlswelt. Die ersten Schwangerschaftswochen stellen für die werdenden Mütter eine körperlich und auch seelisch anstrengende Zeit dar. Ein hormonelles Auf- und Ab in der Anfangszeit der Schwangerschaft führt zu Stimmungsschwankungen. Das Hormon HCG führt zudem dazu, dass ein vermehrtes Harndranggefühl auftritt.

Der Busen fühlt sich gespannt und empfindlich an

Bei vielen Frauen sind frühe Anzeichen ein Spannungsgefühl in den Brüsten, sowie eine farbliche Veränderung der Brustwarzen – diese werden dunkler und empfindlicher, was bereits der Vorbereitung auf die Milchproduktion und auf das Stillen dient. Die Milchdrüsen werden durch die gesteigerte Hormonproduktion zum Wachsen angeregt. Häufig findet eine Veränderung des Appetits statt: Plötzliche Heißhungerattacken, Appetitlosigkeit aber auch neue Vorlieben und Abneigungen für bestimmte Lebensmittel treten auf. Diese Veränderung tritt oft in Verbindung mit einer Geruchsempfindlichkeit gegenüber Gerüchen, welche vor der Schwangerschaft als normal angesehen wurden oder gar keine große Beachtung bekommen haben, auf.

Häufige Müdigkeit und Übelkeit

Die bleierne Müdigkeit kommt in der Regel zusammen mit der Übelkeit (welche in der zweiten bis zur achten Schwangerschaftswoche am stärksten ist) und dem anschließenden Schwindelgefühl vor. Verantwortlich für die Müdigkeit ist die große Menge des Hormons Progesteron, welches nach der Befruchtung ausgeschüttet wird, um die Gebärmutterschleimhaut auf die Aufnahme der Eizelle vorbereitet. Die Durchblutung muss sich dem schnell wachsenden Kreislauf anpassen, und gerade wenn der Blutzuckerspiegel weit unten ist, oder zu schnell aufgestanden wird, besteht das Risiko des Schwindelgefühls.

Weitere wichtige Schwangerschaftssymptome

Während den ersten Schwangerschaftswochen treten aufgrund der vielen Veränderungen die im Körper stattfinden, allerdings noch mehr individuelle Symptome auf. Die Kombination mehrerer Anzeichen stellen ein eindeutiges Indiz für eine Schwangerschaft dar.

  • Anstieg der Basaltemperaturkurve
  • Lividität
  • Vergrößerung der Gebärmutter
  • Abgang von Vormilch aus der Brust
  • Ausbleiben der Periode

Anhand der Basaltemperatur (die Temperatur morgens nach dem Aufwachen) kann festgestellt werden ob eine Schwangerschaft besteht: Ist diese Temperatur 18 Tage lang über der Normaltemperatur ist es ein erstes Schwangerschaftssymptom. Durch hormonelle Veränderungen und einer stärkeren Durchblutung kann es zur Lividität kommen: Die Scheide, der Scheideneingang und der Muttermund verfärben sich blau. Die Brüste wachsen und werden aufgrund der Vorbereitung auf die Milch härter. Zusätzlich kann es zum Abgang der Vormilch kommen.

Das Ausbleiben der Periode

Eines der bekanntesten frühen Schwangerschaftssymptome ist das Ausbleiben der Periode. Allerdings kann dies auch durch andere Faktoren beeinflusst werden und es sollte auf weitere frühe Anzeichen geachtet werden und spätestens beim Ausbleiben der Regel im zweiten Zyklus sollte ein ärztlicher Schwangerschaftstest durchgeführt werden.

Gibt es verwechselbare Schwangerschaftssymptome?

Bei vielen Frauen treten ähnliche Anzeichen, wie zum Beispiel Sodbrennen, Durchfall oder Kopfschmerzen, auf, die jedoch unspezifisch sind und nicht in direktem Zusammenhang mit der Schwangerschaft stehen müssen.

Je nach momentaner Lebenssituation, Kinderwunsch oder Bewusstseinszustand können bestimmte Anzeichen falsch gedeutet werden: Erste Symptome wie eine erhöhte Temperatur kann auf eine Schwangerschaft hindeuten, allerdings auch nur ein Anzeichen für eine nahende Erkältung sein. Ebenso können PMS ähnliche Unterleibschmerzen als Schwangerschaftssymptome auftreten, und möglicherweise nicht als diese erkannt werden. Es kann direkt nach der Befruchtung der Eizelle durch Spermien sogar zu Blutungen, der sogenannten Nidationsblutung4, kommen, welches häufig als normale Periode wahrgenommen und falsch gedeutet wird. Sollte die Periode bei einem regelmäßigen Zyklus allerdings ausbleiben, ist dies in der Regel allerdings ein eindeutiges Zeichen, kann aber auch durch veränderte Faktoren im Umfeld, beispielsweise Stress, bedingt sein.

-> Sodbrennen, Durchfall oder Kopfschmerzen können als falsche Symptome gedeutet werden
-> eine erhöhte Temperatur ist nicht eindeutig ein sicheres Schwangerschaftsanzeichen
-> PMS ähnliche Unterleibschmerzen können in Verbindung mit einer Blutung auf eine Schwangerschaft hindeuten

Endgültige Sicherheit: Der Schwangerschaftstest

Ein häuslicher Schwangerschaftstest kann am ersten Tag der zu erwartenden Periode gemacht werden und als erste Gewissheit dienen. Sollte dieser positiv ausfallen, wurde bereits von der Plazenta (Mutterkuchen) das Hormon Beta-HCG produziert. Dieser sollte morgens gemacht werden, da die HCG-Konzentration dort am größten ist. Die häuslichen Schwangerschaftstests haben mittlerweile eine Zuverlässigkeit von 99% – fällt der Test positiv aus, ist es sehr sicher schwanger zu sein – sollte der Test allerdings negativ ausfallen, andere Schwangerschaftssymptome jedoch auftreten, kann es sein, dass der HCG-Anteil im Urin noch nicht ausreichend war. Wer ganz sicher gehen will und nicht so lange warten möchte bis die Periode ausbleibt, kann bereits nach 11 Tagen der Befruchtung beim Frauenarzt einen Bluttest machen lassen – ein Ultraschall ist ab der 5. Schwangerschaftswoche (SSW) möglich.

-> ein häuslicher Schwangerschaftstest kann am ersten Tag der zu erwartenden Periode gemacht werden und ist zu 99% zuverlässig
-> nach 11 Tagen kann der Frauenarzt bereits einen Schwangerschaftstest machen