Wir werden hier den ersten Schritten der embryonalen Entwicklung folgen und entdecken, welche Veränderungen am Beginn der Schwangerschaft geschehen – wie das kleine Wesen, das nach so kurzer Zeit geliebt wird wächst. Mit der Entwicklung des Babys beginnt die Entstehung der ersten Emotionen, wir sammeln Erfahrungen, entdecken irgendwann später kleine Füße und Hände… Die Welt stellt sich auf den Kopf und obwohl die zukünftige Mutter das ganze Geschehen während der Schwangerschaft hautnah miterlebt, gibt es so viel Neugier und den Drang zu verstehen, was mit dem eigenen Körper und dem Baby passiert.

Um die embryonale Entwicklung besser zu verstehen, müssen wir wissen, dass eine Schwangerschaft durchschnittlich etwa 40 Wochen (280 Tage) dauert. Etwa 90 Prozent der Kinder kommen dabei zwischen der 37. und 42. Woche zur Welt, ein Großteil der übrigen Geburten geschieht vor diesem Zeitraum.

In den wenigsten Fällen kann jedoch der genaue Zeitpunkt des Eisprungs exakt rekonstruiert werden, wodurch der Beginn der Schwangerschaft mit dem ersten Tag der letzten Monatsblutung berechnet wird. Das bedeutet, dass man in den ersten beiden Wochen der Schwangerschaft tatsächlich noch gar nicht schwanger ist! Der voraussichtliche Geburtstermin wird im Verlauf der Schwangerschaft durch Arzt oder Hebamme auf Basis der Ultraschalluntersuchungen meist noch angepasst. Diese geben uns Aufschluss über den tatsächlichen Entwicklungsstand des Babys.

Die embryonale Entwicklung in der 1. bis 3. Woche

1. Schwangerschaftswoche:

Die 1. Woche der Schwangerschaft beginnt am Tag der Monatsblutung. Dieser Tag dient als Grundlage, da Ärzte und Ärztinnen dadurch eine präzisere Angabe des erwarteten Geburtstermins machen können. Obwohl die Einnistung der befruchteten Eizelle erst am Ende der 2. Woche oder am Anfang der 3. Woche geschieht, passieren nun schon etliche Dinge, die den weiblichen Körper auf eine mögliche Schwangerschaft vorbereiten.

Durch die letzte Regelblutung wird die Gebärmutterschleimhaut ausgespült und daraufhin wieder aufgebaut. Eine ausreichende Dicke und Durchblutung der Gebärmutterschleimhaut sorgt für die nötigen Bedingungen zur Einnistung der Eizelle.

Danach bereitet sich der Körper auf die zweite Woche vor, in welcher die Befruchtung stattfindet. Wenn du einen sehr regelmäßigen Zyklus hast, wird es dir vielleicht gelingen, die Schwangerschaft relativ früh zu erkennen.

2. Schwangerschaftswoche:

Auch die 2. Schwangerschaftswoche dient der besseren Berechnung des Geburtstermins. Nach der Menstruation wird die Frau wieder fruchtbar – einer der Eierstöcke bereitet sich darauf vor eine reife Eizelle abzustoßen und die Gebärmutterschleimhaut baut sich nun auf, um die Eizelle im Falle einer Befruchtung aufzunehmen. Am Ende der 2. oder am Anfang der 3. Woche geschieht der Eisprung.

Der Eisprung (die Ovulation) wird von etlichen Frauen als ein ziehender Schmerz im Eierstock wahrgenommen („Mittelschmerzen“). Eine Befruchtung ist nun möglich und kann insbesondere am Tag des Eisprungs und 3 Tage zuvor geschehen.

Hast du in dieser Zeit ungeschützten Sex, kann es sein, dass es ein Spermium schafft, den Weg bis zur Eizelle zu überwinden und in diese einzudringen. Dies geschieht meist noch im Eileiter der Frau, durch den die reife Eizelle herab wandert.

Jetzt hat die Eizelle zwei Zellkerne: Sie beinhalten die Erbanlagen der Mutter und die des Vaters. Diese verschmelzen und erschaffen eine neue Kombination an späteren Merkmalen – die Zelle beginnt sich zu teilen! Am zweiten Tag besteht die Zellansammlung aus vier, am dritten Tag schon aus acht Zellen.

3. Schwangerschaftswoche:

In der 3. Woche der Schwangerschaft findet eine rasche Zellteilung statt und das kleine Leben befindet sich auf dem Weg in den Uterus. 7 bis 14 Tage nach der Befruchtung findet es schließlich seinen Platz in der Gebärmutter. Die Zellansammlung besteht jetzt aus 70 bis 100 Zellen und wird nun „Embryo“ genannt!

Die meisten Schwangeren wissen nun noch nicht, dass sie schwanger sind – es gibt auch noch keine spürbaren Anzeichen dafür, denn Schwangerschaftsbeschwerden treten erst später auf. Es gibt jedoch Frauen, die nun schon eine Schwangerschaft erahnen, da sie die Einnistung spüren können. Die Eizelle bohrt sich beim Erreichen der Gebärmutter in die dortige Schleimhaut und versucht sich so tief und fest wie möglich zu verankern. Dieser Vorgang verursacht feine Schmerzen, da kleine Blutgefäße verletzt werden und eine leichte Blutung ausgelöst wird, die „Einnistungsblutung“.

WICHTIG: Die Einnistung dauert einige Zeit und erst danach ist das Schwangerschaftshormon Beta-hCG nachweisbar, welches uns beim Durchführen eines Schwangerschaftstests ein positives Ergebnis zeigen wird.

Dennoch: Die hormonellen Veränderungen, die durch den Eisprung und die Befruchtung der Eizelle in Gang gesetzt werden und den Körper der werdenden Mutter auf die nächsten 38 Wochen vorbereiten, laufen erst einmal von dieser völlig im Hintergrund ab.

Fragen der Leser/innen:

Was verändert sich an der Gebärmutter im Laufe der Schwangerschaft?

In den ersten Wochen der Schwangerschaft ist die Gebärmutter (der Uterus) etwas geschwollen und weich. Zu Beginn der Veränderungen im Körper ist es möglich ziehende Schmerzen zu verspüren: Die Gebärmutter wandert im Laufe der Schwangerschaft erstaunlich weit aufwärts, um Platz für das Baby zu schaffen und wächst von Birnen- auf über Fußball-Größe an. Im 1. Drittel der Schwangerschaft, auch 1. Trimester genannt, ist die Möglichkeit daher Schmerzen zu spüren am größten.

Wie soll ich mich in den ersten Schwangerschaftswochen ernähren?

Gute Ernährung ist in jedem Stadium des Menschen wichtig, aber in der Schwangerschaft – vor allem in den ersten Wochen – ist es am allerwichtigsten auf einige Dinge zu achten, um einerseits eine Schwangerschaft erst zu ermöglichen und andererseits eine bereits befruchtete Eizelle und den daraus entstehenden Embryo zu schützen und bestmöglich zu unterstützen.

Vor allem in der Frühschwangerschaft wird deshalb eine folsäurereiche Ernährung (Gemüse, Früchte und Vollkornprodukte) empfohlen. In Absprache mit dem Arzt oder der Ärztin ist die zusätzliche Einnahme von täglich 0,4 Milligramm Folsäure bis zur 12. Schwangerschaftswoche ratsam.

Zusammengefasst: Versorge deinen Körper mit reichlich Vitaminen und Nährstoffen wie:

  • Folsäure
  • Eisen
  • Jod
  • Magnesium
  • Kalzium
  • Omega 3

… und verzichte jedenfalls auf Nikotin, Alkohol, sowie auf jegliche „Genussmittel“, da diese vor allem in den ersten Wochen, jedoch generell während der gesamten Schwangerschaft erhebliche, teils bleibende Schäden an deinem Kind verursachen können. Manchen Substanzen wie Alkohol ist das Baby dabei völlig ungeschützt ausgesetzt.