Der reguläre Blasensprung ist oftmals eine Ankündigung der Geburt: Wenn der Muttermund vollständig geöffnet ist, geht das Fruchtwasser ab. Bei circa 25% aller Schwangerschaften beginnt die Geburt mit dem Blasensprung. Oftmals bleibt dieser sogar unbemerkt, da keine Nerven durch die Fruchtblase verlaufen, und somit keine Schmerzen auftreten. Zudem kann es zum Ende der Schwangerschaft durch den Druck des Babys auf die Blase zum Austreten einiger Tropfen Urin kommen und wird oftmals damit verwechselt. Das Fruchtwasser ist allerdings heller als Urin und kann im Gegensatz dazu nicht durch die Anspannung der Muskeln zurück gehalten werden. In der Regel tritt das Fruchtwasser lediglich tröpfchenweise und nicht in einem Schwall aus. Sollte dieser Fall allerdings eintreten, ist es wichtig, dass die Betroffene ihr Becken hochlegt, und möglichst liegend ins Krankenhaus gebracht wird, da dann in der Regel die Geburt dadurch eingeleitet wurde – die Wehen treten oftmals eine Minuten oder Stunden später ein.
Während der Schwangerschaft wird das Baby durch das Fruchtwasser in der Gebärmutter geschützt. Ein Blasensprung ist allerdings nicht gefährlich für das Baby, solange dieser um den Geburtstermin herum passiert. Findet ein vorzeitiger Blasensprung statt, sollte in jedem Fall ein Gynäkologe aufgesucht werden.

Vorzeitiger Blasensprung

Der vorzeitige Blasensprung bedeutet, dass die Fruchtblase bereits vor dem geplanten Geburtstermin platzt, das Fruchtwasser abgeht, die Wehen noch nicht eingesetzt haben und der Muttermund noch nicht richtig geöffnet ist. Wichtig hierbei ist zu beachten in welcher Schwangerschaftswoche die Betroffene ist. Je früher der vorzeitige Blasensprung eintritt, desto gefährlicher ist dieser für die Schwangerschaft.
Durch einen vorzeitigen Blasensprung kann es zu Infektionen kommen, da nun kein Schutz mehr um das Baby besteht, und Keime bis zur Gebärmutter hervordringen können, was zu einer Entzündung der Gebärmutterhöhle führen kann. Demnach kommt es nach vorzeitigen Blasensprüngen oftmals zu Frühgeburten, da zudem die Risiken einer ungünstigen Lageveränderung des Kindes oder aber auch eines Nabelschnurvorfalles zu hoch sind: Liegt die Nabelschnur zwischen den Kopf des Babys und den Muttermund, und wird dadurch Druck ausgeübt, ist es möglich, dass das Baby nicht mehr weiterhin ausreichend versorgt werden kann. Häufig werden die Wehen deswegen nach ungefähr 48 Stunden später mit wehenfördernden Mitteln eingeleitet.

Wann kommt es dazu?

Ein vorzeitiger Blasensprung kann mehrere Ursachen haben. Am häufigsten ist die Ursache eine Scheideninfektion. Durch die Keime, die in die Gebärmuttern wandern, kann die Eihaut geschädigt und somit die Stabilität der Fruchtblase angegriffen werden, und bringt sie zum platzen. Eine weitere Ursache für einen Blasensprung ist eine Bindegewebsschwäche der Eihaut. Wenn sich diese während der Schwangerschaft nicht ausreichend dehnt, kann diese einreißen und somit zum Verlust des Fruchtwassers führen. Zudem können auch vorzeitige Wehen zum reißen der Fruchtblase führen: Der Druck der durch die Wehen auf die Fruchtblase ausgeübt wird, kann so stark sein, dass diese platzt.

Erste Schritte nach dem Blasensprung

In jedem Fall sollte nach einem Blasensprung ein Gynäkologe oder das Krankenhaus aufgesucht werden, da eine große Infektionsgefahr besteht. Allerdings sind die Behandlungen anschließend abhängig von den Schwangerschaftswochen, also je nachdem wie weit das Kind bereits entwickelt ist.

Bis zur 24. Schwangerschaftswoche

Sollte die Fruchtblase bereits vor der 24. Schwangerschaftswoche platzen, besteht leider kaum eine Überlebenschance für das Baby. Häufig kommt es danach zu Fehlgeburten. In seltenen Fällen können allerdings mit Bettruhe in einem Krankenhaus und strenger Kontrolle, um Infektionen zu vermeiden, das Leben des Babys gerettet werden. Das Fruchtwasser kann sich in diesem Fall nachbilden.

Zwischen der 24. und der 34. Schwangerschaftswoche

Sollte zwischen der 24. und der 34. Schwangerschaftswoche ein vorzeitiger Blasensprung erfolgen ist die Lungenreifung des Kindes noch nicht abgeschlossen. Mit Hilfe von Medikamenten wird die Reifung der Lunge unterstützt und durch Antibiotika versucht Infektionen zu vermeiden. In der Regel erfolgt auch hier Bettruhe und strenge Kontrolle des Babys. Sollte es zu einer Infektion kommen, wird das Kind per Kaiserschnitt entbunden.

Ab der 34. Schwangerschaftswoche

Kommt es ab der 34. Schwangerschaftswoche zu einem Blasensprung, steht die Geburt kurz bevor. Die Wehen setzen anschließend in der Regel nach 24 bis 48 Stunden ein. Ist dies nicht der Fall, sollte die Geburt eingeleitet werden, da das Baby ohne Fruchtblase und Fruchtwasser der Keime ausgesetzt ist, und eine große Infektionsgefahr besteht.