Ein anovulatorischer Zyklus bedeutet, dass bei dem monatlichen Zyklus der Frau die Ovulation – also der Eisprung – nicht stattfindet. Oftmals sind der Zyklus und die monatliche Blutung allerdings dennoch genau so lang wie im Normalfall. Allerdings sind entweder verkürzte, oder verlängerte Zyklen sowie das komplette Ausbleiben der Periode, ein Anzeichen für einen anovulatorischen Zyklus. Häufig entstehen anovulatorische Zyklen nach der ersten Periode in der Pubertät, kurz vor den Wechseljahren, nach dem Absetzen eines hormonellen Verhütungsmittels oder aber nach einer Geburt. Eine weitere Ursache, welche in jedem Alter zutreffen kann, ist psychische Belastung, Stress oder aber auch Essstörungen. Diese Umstände können ebenfalls dafür sorgen, dass sich ein anovulatorischer Zyklus entwickelt und der Kinderwunsch nicht problemlos erfüllt werden kann.

WICHTIG: Bei dem anovulatorischen Zyklus findet kein Eisprung statt – die Periode kann allerdings trotzdem vorkommen.

Was passiert in meinem Körper?

Ein anovulatorischer Zyklus ist oftmals der Grund für einen nicht erfüllten Kinderwunsch: Während des monatlichen Zyklus findet im weiblichen Körper kein Eisprung statt. Die Periode kann oftmals wie gewohnt auftreten, und in den Eierstöcken reifen Follikel heran, allerdings findet kein Eisprung statt. Die Eier lösen sich nicht ab und somit können diese nicht befruchtet werden.

Ursachen & Behandlung

Bei einem unregelmäßigen und gestörten Zyklus sollte in jedem Fall ein Gynäkologe aufgesucht werden, sollte der Zustand über mehrere Monate anhalten und sich nicht verbessern. Eine Zyklusstörung kann, wenn die Ursache gefunden wurde, zu 85% gut behandelt werden.
Ist das Absetzen der Pille der Grund für den anovulatorischen Zyklus, ist vor allem Geduld ganz wichtig, da der Körper wieder einen eigenen Rhythmus entwickeln muss. Mit dem regelmäßigen Messen der Basaltemperatur1 kann festgestellt werden, ob sich der Zyklus wieder reguliert und ob und wann ein Eisprung stattfindet.
Oftmals tritt ein anovulatorischer Zyklus allerdings auch aufgrund des PCO-Syndroms auf. Hierbei produziert der Körper zu viele männliche Hormone und verhindert dadurch intuitiv den Eisprung. Eine gesunde Ernährung und Sport reichen häufig um die Produktion der männlichen Hormone etwas zu stoppen, da diese vor allem in den Fettzellen produziert werden.
Ein anovulatorischer Zyklus kann allerdings auch auf den Ausfall der Hirnanhangdrüse zurück geführt werden. In diesem Fall werden keine Eizellen gebildet, da das follikelstimulierende und das luteinisierende Hormon lediglich in sehr geringen Mengen produziert werden. Demnach wird kein Östrogen produziert und der Eisprung kann nicht stattfinden. Zum Ausfall der Hirnanhangdrüse kann es durch psychischen Stress, einer Essstörung oder aber auch Leistungssport kommen. Demnach ist die Behandlung in diesem Fall eine Minderung der gegebenen Umstände.

Kann man ohne Eisprung schwanger werden

Der Eisprung ist grundlegend notwendig um schwanger werden zu können: In der Regel sollte im Eierstock ein Follikel in den ersten Tagen des Zyklus reifen und wachsen. Zeitgleich entwickelt sich die Gebärmutterschleimhaut, damit sich im Idealfall das befruchtete Ei dort einnisten kann. Wenn es zum Eisprung kommt, platzt der Follikel und wandert in den Eileiter. Von dort aus gelangt die Eizelle zur Gebärmutter und nistet sich ein, wenn sie befruchtet worden ist. Hat keine Befruchtung stattgefunden, stirbt die Eizelle nach 24 Stunden ab und die Gebärmutterschleimhaut wird als Menstruationsblutung ausgestoßen. Bei einem anovulatorischen Zyklus ist eine Schwangerschaft dennoch nicht gänzlich ausgeschlossen – es braucht allerdings nur viel Zeit und Geduld bis der Zyklus, je nachdem welche Ursache für die Zyklusstörung verantwortlich ist, sich wieder eingependelt hat, und somit die fruchtbaren Tage nach dem Eisprung sinnvoll genutzt werden können.